27. Juli 2017

Red Skinny Jeans - Ginger Jeans

Hallo ihr Lieben!

Heute präsentiere ich euch meinen Beitrag zur 12 Colors of Handmade Fashion Aktion, nämlich eine Weinrote Skinny Jeans. 
Immer zu Beginn eines Monats veröffentlicht Selmin den Beitrag mit der Farbe, und diese wird dann in allen nur vorstellbaren Schattierungen vernäht und ab dem 27. des jeweiligen Monats bei ihr gesammelt. Die Teilnahme ist immer riesig, und es ist total spannend zu schauen, welche Projekte es gibt. Als sie für den Juli "Rot" vorstellte, war ich sofort Feuer und Flamme. Rot zählt zu meinen absoluten Lieblingsfarben, ich mag es eigentlich in allen Schattierungen. Tomatenrot, Weinrot, Rostrot, immer gerne gesehen. 


Wer mich schon länger kennt weiß aber auch: Ich nähe, um mich tagtäglich gut angezogen zu fühlen und einen funktionalen Kleiderschrank zu haben. Da passt nicht rein, Stücke einfach nur zu nähen weil ich Lust darauf habe (zumindest meistens nicht, hihi) und auch nicht, Stoff "wild" zu kaufen ohne eine Idee dazu zu haben. Daher habe ich auch nicht in jedem Monat mitgemacht, wenn eine Farbe bisher nicht in meinem Kleiderschrank vorkam, dann hat das wohl seinen Grund. Rot dagegen ist vielfach vorhanden, und gerade zu roten Hosen habe ich eine längere Beziehung.


Meine erste rote Jeans war auch eher Skinny, vom Farbton her ins rostige, herbstliche Rot gehend. Ich habe sie super gerne getragen, und eines Tages habe ich darin eingetrocknete Katzenkotze vom Boden geschrubbt. Näheres erspare ich euch, jedenfalls musste ich härtere Geschütze als Wasser und Seife auffahren und hatte nachher mitten auf dem rechten Knie einen weißen Fleck, weil dort chlorhaltiges Reinigungsmittel draufgetropft war. Ich habe mich da eine Weile drüber geärgert, dann die Hose halt trotzdem angezogen. Bockig kann ich. Irgendwann war dann aber die Schmerzgrenze erreicht und sie wanderte in die Tonne. 


Dann übernahm ich von meiner Mama eine weinrote Cordhose. Die war echt bequem, schön lang und hatte den perfekten Farbton. Leider hat sie sich aber auch binnen Stunden um gefühlt zwei Kleidungsgrößen geweitet und wanderte daher ebenfalls nach dem letzten Winter in die Altkleidersammlung. Tja, da stand ich nun, ohne eine rote Hose. Es hinterließ ein tiefes Loch in meinem Herzen, und ich nahm mir vor, eben selbst eine zu nähen, jetzt, wo ich dazu in der Lage bin. Bei Stoff und Stil fand ich dann (schon im Frühjahr) Stretch Twill in einem schönen Farbton und nahm diesen mit (scheint online nicht verfügbar zu sein, sonst würde ich ihn euch verlinken). Und nun können wir den Bogen zur heutigen Hose wieder schließen, denn beim der Farbauswahl Rot dachte ich sofort an diesen Stoff und meine Pläne dafür. Das hat sich perfekt zusammengefügt, denn gedanklich war das Hosenprojekt schon in den Herbst gewandert, wo Farbe und Tragbarkeit besser passen würden. So aber hat sich meine Motivation direkt gesteigert, was gut ist: Liegen Stoffe zu lange in meinem Regal, habe ich keine Lust mehr sie zu verarbeiten. Ich sehe mich dann quasi satt daran.


Genäht habe ich wie immer die Ginger Jeans in einer absolut angepassten Version mit niedriger Leibhöhe, engem Bein und vielen Veränderungen im Schrittbereich, mehr dazu in diesem Beitrag. Wie immer habe ich die Teile erstmal mit langen Stichen zusammengetackert und angezogen, dabei notiert, in der hinteren Mitte nochmal etwa einen Zentimeter abzunehmen. Dadurch sitzt sie jetzt meiner Meinung nach echt gut, fühlt sich bequem an und kommt einer gekauften Hose sehr nahe. 


Außerdem habe ich den Tascheneingriff etwas vertieft, der war mir immer so winzig klein, da habe ich ewig rumgeprökelt wenn ich meinen Schlüssel da reingepackt habe. Und das mache ich am Tag bestimmt 20 Mal, also sollte das besser flutschen. 
Ansonsten habe ich alles wie gewohnt verarbeitet, jede Menge abgesteppt, Potaschen wie immer nicht verziert, dafür eine Gürtelschlaufe mehr zugeschnitten und hinten überkreuzt aufgenäht. 


Der Rotton der Hose kommt übrigens absolut nicht richtig rüber, denkt an ein Glas Rotwein, das trifft es schon eher. 
Es war total spannend, mal einen anderen Stoff als Denim für eine Hose zu vernähen. Eigentlich nicht großartig anders, aber farbig, juhu! 


Vermutlich könnte ich immer noch Veränderungen im Kniebereich machen um die Falten dort zu eliminieren, aber aktuell sehe ich da keine Notwendigkeit. Kaufhosen sitzen auch nicht besser, da habe ich erstmal alle Ansprüche an mich erfüllt. Außerdem wird gefühlt sowieso jede Jeans ein bisschen besser als die vorherige, also werde ich da ganz automatisch wohl irgendwann ankommen. 


Wären die Falten im Schritt immer da, würde ich etwas ganz anderes schreiben. Aber die sind hier nur entstanden, weil ich irgendwie krumm stehe, vorgebeugt und so. Tatsächlich hatte ich die Hose bisher auch nur für die Fotos an, es war einfach zu warm. 


Jetzt schreit ihr bestimmt alle auf: Bitte was, es war doch überall Land unter, der Sommer ist kurzzeitig pausiert, Hosenwetter! Ja, das stimmt. Mein über eine neue Hose erfreutes, ungeduldiges Ich hat aber auch vergessen, Verstärkung im Bereich des Knopfes anzubringen. Und so konnte ich nach dem ersten Tragen - für die Bilder, versteht sich - den Knopf so durch den Stoff durchpulen. Ich muss also wohl nochmal ran an den Bund, Topstitching auftrennen und Vlieseline aufbügeln und dann noch einen neuen Knopf anbringen. Da das unter Ausbesserung fällt, finde ich das doof. Es ist ja viel spannender, noch ein paar sommerliche Teile für den Urlaub zu nähen, da muss die Hose einfach warten. 


So, mehr habe ich zu meiner Hose aktuell nicht zu erzählen. Trotz des Knopf-Dilemmas bin ich zufrieden, das lässt sich schließlich beheben. Und ich bin froh, dass die Aktion mich darin motiviert hat, die Hose jetzt zu nähen, auch wenn sie nicht unbedingt ein Sommerteil ist. Denn der Blick nach draußen zeigt: Auf warme Temperaturen ist kein Verlass hier, da werden lange Hosen durchaus benötigt.



Und nun bin ich total gespannt, was noch alles rotes auftauchen wird über die nächsten Tage auf verschiedenen Kanälen. Seid ihr auch mit dabei?


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♥ 


20. Juli 2017

Morgenmantel Stoff & Stil 26003

Hallo ihr Lieben!

Ich bin ja erst seit recht kurzer Zeit wieder absoluter Anhänger von Bademänteln. Ich glaube, als Kind hatte ich einen, und dann waren da bestimmt 10-15 Jahre ohne. Es gab meinerseits nie ein Bedürfnis, diese Lücke zu füllen. Bis ich zu Weihnachten vor zwei oder drei Jahren einen Bademantel geschenkt bekam, super flauschig, groß, gemütlich. Seitdem lebe ich darin, sobald es kälter wird. Wie eine angezogene Umarmung, er wärmt, hat große Taschen und, ich erwähne es gerne nochmal, ist super flauschig. Das führt natürlich auch dazu, dass der Bademantel in der Kiste mit Wintersachen übersommern darf und ich ab etwa April irgendwie verloren da stehe. Da stand! Haha!


Dem Wunsch, auch an Sommermorgenden etwas zum Überziehen zu haben, konnte ich nicht länger wiederstehen. Ich habe mich ein wenig nach Schnittmustern für Bademäntel umgesehen, aber die Ausbeute war eher gering. So richtig überzeugen konnte mich eigentlich nichts. Viele waren eher für dicke Stoffe ausgelegt oder für dehnbare Stoffe, und ich wollte für ein so simples Kleidungsstück nicht viele Änderungen machen wollen. Naja, dachte ich mir, kannst ja schonmal Stoff aussuchen. Bei Stoff und Stil wurde ich bei der gewebten Viskose fündig; die Qualität kenne ich schon und mag sie sehr, und ich wollte gerne einen fließenden, hübsch gemusterten Stoff. Ein Blütenmeer auf mintfarbenem Grund ist es geworden. Ja, und als ich da so rumklickte auf der Website kam der Geistesblitz, dass Stoff und Stil ja auch Schnittmuster verkauft. 


Wie praktisch! Dann wäre alles mit einer Lieferung da und drucken müsste ich auch nicht. Ich habe mir dann den Schnitt 26003 ausgesucht. Nun ist es so, dass man die Schnitte schon in der endgültigen Größe bestellt, also auch nur eine erhält, und keinen Schnittmusterbogen. Das war bei dem eher unförmigen Bademantel ja noch recht schmerzfrei zu machen, aber ich glaube andere Schnittmuster werde ich dort nicht bestellen. Zumindest beim Bademantel gab es nichtmal eine Größentabelle, das einzige, was sich rausfinden lässt, ist die Stoffmenge und die Gesamtlänge, die in allen Größen gleich ist. Mh. Ich habe mich für M entschieden, das wäre in etwa meine Kaufgröße, und da ich ja ziemlich dünnen Stoff verwenden wollte, sollte das auf jeden Fall passen. 


Die Schnittteile kommen dann auf einem dünnen Flies schon fertig ausgeschnitten an. Ist in so weit praktisch, als dass man die Teile grob zusammenstecken und anhalten kann. Ich habe mir beispielsweise das Vorderteil angehalten um zu schauen, wie viel ich den Mantel kürzen möchte: 40cm sind es geworden. Ein sommerlicher Bademantel muss schließlich nicht unbedingt bis zum Boden reichen, ich hatte Knielänge angepeilt. Auch die Ärmel habe ich angehalten, überraschenderweise musste ich die nicht verlängern. Das ist sonst eigentlich Standard!


Die Kapuze habe ich offensichtlich weggelassen, denn aufsetzen würde ich sie eh nicht. Bei einer Winterversion würde ich trotzdem empfehlen, eine Kapuze anzubringen, denn die wärmt so schön den Nacken. Der Zuschnitt war dann recht schnell gemacht, und obwohl ich statt der angegebenen 3,50 Meter nur 3 bestellt hatte, war noch ein gutes Stück übrig. Genäht habe ich, ohne in die Anleitung zu schauen, die war sowieso burdaesk anmutend und hätte mich vermutlich nur verwirrt. Im Endeffekt schließt man Schulter- und Seitennähte, setzt die Ärmel ein, Näht ein Band und Gürtelschlaufen und verstürzt die offene Kante vorne am Mantel mit dem Beleg. Den habe ich dann einmal knappkantig und einmal entlang des Beleg-Endes festgesteppt. Den Saum umgeschlagen, fertig. 


Eigentlich ist der Saum sogar gerade, aber durch das Bindeband zieht er sich an der Seite ein wenig hoch. Sieht aber auch ganz hübsch aus, finde ich. 
Der Morgenmantel leistet mir gute Dienste und wird eigentlich täglich getragen. Ein kleiner Hinweis: Ich trage darunter ein Top aus demselben Stoff, nicht, dass ihr euch wundert. Sah besser aus als meine XL-Werbe-Schlafshirts. 

Habt ihr auch schonmal ein Schnittmuster von Stoff und Stil verwendet? Wie hat es euch gefallen?


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15. Juli 2017

Update No. 4

Hallo ihr Lieben!

Es ist schon wieder Zeit für ein Update meiner kreativen Tätigkeiten, kaum zu glauben. Ich musste grad tatsächlich nochmal in der Liste meiner Beiträge schauen, ob es zwei Wochen sind, oder ich mich vertan habe. Aber nein, meine Notiz war richtig und ich darf euch heute wieder ein wenig durch meine Projekte führen. Beginnen wir doch, wie immer, mit allem, was neu in meinem Kleiderschrank ist. 


Neu im Schrank



Wie geplant habe ich ein paar Reste zu weiteren ärmellosen Tops verarbeitet. Das erste besteht aus den Resten vom Futter meiner Wildleder Jacke. Der Stoff eignet sich als Top sehr gut, ist schön fließend und so hübsch gemustert. Zum Glück ohne wirkliche Richtung, ich musste nämlich ganz schön hin- und herschieben damit die beiden Schnittteile auf das Reststück passten. Für das Schrägband hat es dann offensichtlich nicht gereicht, aber ich hatte vom letzten Top noch einiges über, im Endeffekt hat es genau für die Ausschnitte gereicht. Da ich jetzt erstmal alle Reste, die als Top möglich wären, verarbeitet habe, wird es bald einen Beitrag über all diese schönen Flatterteilchen geben. Wenn ich denn mal Zeit finde Fotos zu machen.


Das zweite Top entstand zum größten Teil aus Resten meines Mittsommer-Shirts. Das war aber definitiv nicht genug, also habe ich es mit weißer Baumwolle kombiniert. Hier habe ich mich an einer anderen Art der Versäuberung versucht, ich kann also einen Vergleich von drei verschiedenen Möglichkeiten bieten und euch zeigen.


Und dieses Teil hier ist mein absoluter Liebling der letzten Zeit. Ich habe förmlich Herzchen-Augen, wenn ich es anschaue. Ebenfalls aus Resten habe ich eine Shorts genäht und mal etwas ganz anderes ausprobiert, als es um die Dekoration ging. Die Kombination aus dem sehr hellen Jeans, dem schönen Futter und der Spitze ist einfach perfekt. Wieder so ein Überraschungs-Ding, ich war mir nichtmal sicher, ob die Shorts überhaupt etwas wird. Jetzt bin ich froh, es versucht zu haben, der Rest ist mehr als gut investiert in dieses Kleidungsstück, auch wenn es definitv nichts für die Arbeit werden wird. 


Auf den Nadeln




Der mintfarbene Baumwollpullover, den ihr im letzten Beitrag nur als Anschlag kennenlernen durftet, ist tatsächlich mein zweiter Versuch, etwas schönes aus dem Garn zu stricken. Der Wind Down hat mich einfach nicht gepackt, ich war von den unregelmäßigen Zunahmen echt abgeneigt und habe das Teil kaum angerührt. Und ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber ich stricke ja nicht nur, um einen schönen Pullover zu kriegen, sondern auch zum Spaß. Also habe ich geribbelt und nochmal was neues angeschlagen, ein ganz simples Stück: After the Rain von Heidi Kirrmaier. Ganz schlicht wird es werden, aber es fühlt sich irgendwie richtig an und wie ihr sehen könnt, stricke ich auch viel motivierter daran. Die Ärmel sind schon abgeteilt, es geht jetzt ein kleines Stück nur rund bevor ein paar Taillenabnahmen kommen. Ich glaube, das wird richtig gut!


Der Babybody, im letzten Beitrage ebenfalls nur zwei Knäule Garn, ist schon fast fertig. Ich muss nur noch im Schritt und im Nacken die Knopfleisten anstricken, dann bin ich fertig. Ihr habt auf dem Bild keinen Maßstab, aber der Body hat Neugeborenengröße, und ist wirklich winzig. Daher bin ich auch echt schnell voran gekommen. 


Aktuell fokussiert sich meine Stricklust aber einzig auf diesen Pullover. Ebenfalls Kindergröße, 0-6 Monate, und mal wieder ein Teststrick für die liebe Sophia. Das Muster #saintechapellekids wird aktuell für Kindergrößen getestet, soll aber auch noch in einem Tuch, Erwachsenenpullover und eventuell einer Mütze eingebracht werden. Wenn es euch also anspricht, nehmt ruhig Kontakt auf, Sophia freut sich über jeden, der ihre Muster ausprobiert. 
Mich hat der Farbverlauf völlig fasziniert, das hat echt süchtig gemacht. Den Körper habe ich fertig, den ersten Ärmel schon angeschlagen. Da mein Verlaufsgarn vermutlich nicht mehr für beide Ärmel und die Passe reichen wird, werde ich die Ärmel mit einem sehr ähnlich bunten und knalligem Garn stricken. 



Unter der Nadel

 


 Hier passiert ein bisschen was geheimes, daher zeige ich euch nur das ganz offizielle: Meine Bordeaux roten Jeans für die 12 Colors of Handmade Fashion. Ich würde zwar viel lieber noch ein paar sommerliche Teile für den Urlaub nähen, aber meine Stoffbestellung vom 2.07. will einfach nicht ankommen, also habe ich keine andere Möglichkeit. 

Wenn euch meine Art des Projekt-Überblicks gefällt; bei fadenwechsel gibt es jetzt speziell für Nähprojekte eine Linksammlung. 

Woran arbeitet ihr gerade so? Habt ihr eine Empfehlung für einen lockeren, luftigen Schnitt für ein Sommerkleid? Ich würde mich über Vorschläge freuen!

Verlinkt bei Maschenfein




9. Juli 2017

Chataigne Shorts - Deer and Doe

Hallo ihr Lieben!

Nicht mal mehr einen Monat dauert es, und dann bin ich im sehnlichst erwarteten Urlaub mit der liebsten Freundin. Dass ich meine Sommergarderobe bis dahin noch etwas aufstocken wollte, habt ihr sicherlich schon mitbekommen. Nun hat es ein zweites, wichtiges Kleidungsstück in den Schrank geschafft, nämlich Shorts. 


Und weil die Shorts für alle Lebenslagen taugen sollen, habe ich sie direkt zur extremen Testung getragen, einer Wanderung in den Dörenther Klippen. Klingt dramatischer als es ist, aber für so nah am platten Münsterland durchaus angemessen. Die Shorts habe ich dort zum ersten Mal angehabt, und sie haben sich sehr gut bewährt. Bequem, durch das weite Bein machten sie jede Bewegung mit und mussten nicht übermäßig zurechtgezupft werden. Taschen für eventuelle Fundstücke sind ebenfalls dabei. Einziges Manko: Der Stoff hat trotz Vorwäsche ordentlich blau abgefärbt, hinterher hatte ich quasi alles blau, was die Hose berührt hat. Sah aus wie ein massiver blauer Fleck. Oder aber seltsam farbener Sonnenbrand. 


Das Schnittmuster ist die Chataigne Shorts vom Label Deer and Doe, mein zweiter Schnitt nach der Jacke Lupin. Nachdem ich die Maßtabelle studiert hatte, entschied ich mich für einen Hybriden: Im Hüftbereich habe ich eine 42 genäht, zum Po auslaufend dann auf 44 erweitert. Damit bin ich zumindest für diesen festen Jeansstoff auch zufrieden; mit einem dünneren Stoff würde ich in Richtung Beine vielleicht wieder etwas begradigen. Aber so hat aktuell alles Platz und nichts engt ein. Allerdings werde ich bei einer weitern Shorts nach diesem Schnitt den Schritt noch etwas vertiefen um es ein wenig gemütlicher zu machen. Es zwickt zwar nichts, aber ist ganz kurz davor, und bei dieser eher lockeren Shorts passt das nicht so zusammen, finde ich. 


Das besondere am Schnitt ist wohl der V-förmige Bund. Der benötigt recht viel Genauigkeit, sodass ich nach dem ersten Versuch nochmal auftrennen musste. Die Spitze traf nicht genau auf die vordere Mitte, und das sieht natürlich recht bescheiden aus. Zum Glück ließ sich das Ganze gut berichtigen und nun sitzt es ordentlich. Außerdem sind die kleinen Falten zu erwähnen, die sicherlich bei lockerem Stoff besser fallen. Hier sind sie zudem nur kurz nach dem Waschen gebügelt, besser ging es nicht. Aber auch beim Tragen entstehen darunter kleine Beulen nach außen hin, die nun nicht weiter stören, aber ich denke, das liegt am Stoff. 


Das Futter der Tasche habe ich aus einem alten rosafarbenen Tuch genäht, früher habe ich damit meine Puppen zugedeckt. Eine schöne Erinnerung, versteckt in der Hose. 
Im Gegensatz zu den Taschen vorne sind die hinteren nur optische, aber nicht praktische. Die Taschenklappen werden einfach nur aufgenäht. Bisher habe ich sie, wie in der Anleitung beschrieben, nur an der oberen Kante festgesteppt. Ich hatte ja die Befürchtung, sie würden sich beim Sitzen nach oben aufklappen und doof abstehen, aber bisher ist das nicht passiert. Gut, ich hatte sie auch nur einmal an, dann war die Wäsche nötig, aber ich beobachte das weiter und steppe sie notfalls einmal komplett ab. 


Die Hosenbeine habe ich um 5cm verlängert, weil ich keine ultra kurzen Shorts wollte. Dafür habe ich dann den Saum nur zweimal umgebügelt und festgesteppt. Eigentlich gibt es ein extra Bund-Schnittteil, dass dann nochmal unten angenäht wird. Das konnte ich mir aber nun wirklich nicht gut vorstellen. Passt glaube ich zu Jeans einfach nicht so, zumindest in meiner Vorstellung. Jedenfalls denke ich, dass die Verlängerung durch das Weglassen des Saumes quasi aufgehoben ist. Nur so als Referenz, falls ihr da überlegt, was ihr machen müsst, wenn ihr ebenfalls aus der Gruppe der großen Frauen kommt. 


Geschlossen wird die Hose übrigens seitlich mittles eines verdeckten Reißerschlusses. Ich war da erst skeptisch, die Dinger sehen ja schon filigran aus im Vergleich zu den normalen Jeans Reißverschlüssen. Aber alles andere würde doof aussehen, also hoffe ich mal, dass da nichts aufplatzt oder ausreißt.  
Nochmal ein Nachtrag zum Bund: Der wird zweimal ausgeschnitten, und der innere Bund soll dann an der offenen Kante, die also nach unten zeigt später, nur versäubert werden und wenn man dann von außen absteppt wird diese Kante mit festgesteppt. Weil ich es aber lieber mag, habe ich die Kante umgebügelt und dann nachher von außen festgesteppt. Das ist nicht viel mehr Arbeit, sieht aber wirklich schön aus, keine offenen Kanten! Alternativ kann man sie auch mit Schrägband einfassen, sieht auch toll aus :)


Beim ersten Anziehen war ich dann ein bisschen gedämpft in meiner Freude. Irgendwie saß sie dann doch komisch, und so weit am Bein, ganz ungewohnt. Ich gab ihr einige Zeit im Schrank, und jetzt nach der Wanderung bin ich deutlich zufriedener. Sie ist halt optisch echt was anderes als die Shorts, die ich sonst so habe. Ich glaube, wenn ich den Schritt verlängere, was ich bisher bei allen Hosen so machen musste, sitzt sie auch nochmal anders und vielleicht besser. Jedenfalls habe ich den Schnitt nicht aufgegeben und würde ihn gerne nochmal probieren. 


Gerade für Aktivitäten ist die Shorts vermutlich ein optimales Kleidungsstück. Sie engt nicht ein und lässt gut Luft durch, also wenig schwitzen und kleben und unwohl fühlen. Ich überlege ja auch, ob ich sie mal zur Arbeit ausprobiere. Sie wirken nicht so aufreizend wie enge kurze Shorts, oder bilde ich mir das ein? 


So, nun zu euch! Habt ihr den Schnitt schonmal genäht? Welche anderen Schnitte für Shorts kennt ihr? Ich freue mich total, wenn ihr mir in Kommentaren oder auch einer Mail antwortet. 





2. Juli 2017

Update No. 3

Hallöchen ihr Lieben!

Wie von mir vermutet, habe ich in den letzten beiden Wochen deutlich weniger produziert als in den beiden davor. Zum Glück nähe und stricke ich zum Spaß, nicht um damit Geld zu verdienen oder einen Wettbewerb zu gewinnen. Wenn ich dann auf Grund von viel Arbeit und Sozialleben nicht kreativ sein kann, dann fehlt mir schlimmstenfalls ein bisschen Ausgleich, sonst ist aber alles gut. 
Nichts desto trotz ist natürlich das ein oder andere Teil fertig geworden, wollt ihr mal sehen?


Neu im Schrank



Beide Socken haben eine schöne gelbe Ferse und sind genauso geworden, wie ich es mir vorgestellt habe. Da freue ich mich schon auf den Herbst, wenn ich sie anziehen kann, bis dahin sind sie immerhin Grund zur Freude beim Öffnen der Sockenschublade. 


Aus den Überresten des Tops, das ich euch letzte Woche gezeigt habe, stricke ich eine kleine Baby-Kombination. Oberteil und Hose sind schon fertig, das kleine Knäulchen sollte noch für eine passende Mütze reichen, denke ich. Wird wohl eher ein Mädchen-Geschenk; ich versuche ja immer nicht so spezifisch zu sein, aber manchmal ist das nunmal so, wenn das Garn die entsprechende Farbe hat. Beide Teile haben Neugeborenengröße und sehen so klein aus, ich glaube, die werden eh nur ein paar Mal angezogen. Fast schon zu schade, aber wartet ab, bis ihr die Bilder seht, dann seid ihr ebenso schockverliebt wie ich. 


Aktuell bemühe ich mich außerdem, einen Grundschnitt für Webware-Tops aus dem Schnitt Sorbetto von Colette zu entwickeln. Das hier ist Version eins, Hals- und Armausschnitt sind auf jeden Fall schonmal deutlich besser als vorher, jetzt muss ich noch ein wenig mehr Platz für die Hüfte schaffen und dann sollte es perfekt sein! Naja, und die Versäuberung der Ausschnitte muss auch noch ein bisschen besser klappen. Ich werde es mal mit Belegen probieren, denke ich.  


Dem Bruder habe ich mit einem Beutel ein vorzeitiges Geburtstagsgeschenk gemacht. Er gehört, wie ich, zur Fraktion der großen Menschen und seinen gekauften Beutel fand er zu kurz. Es gab also einen mit extra langen Bändern, sodass er angenehmer zu tragen ist. Daraufhin meldete sich ein Freund des Bruders, was ich denn für so einen Beutel nehmen würde, preislich. Ein längeres hin und her ergab, dass ich unterschätzt hatte, wie viel jemand für so einen "einfachen" Beutel bezahlt. Große Freude meinerseits über die Wertschätzung. Der Bruder brachte dann den Stoff ein paar Wochen später vorbei, den sich sein Freund wohl ausgesucht hatte. Daraus habe ich dann recht fix den Beutel genäht; allerdings musste ich noch ein wenig grübeln. So einfache Dinge nähe ich ja ohne Schnittmuster. Den Beutel für den Bruder hatte ich einlagig genäht, also ohne Futter, da der Stoff ein dicker Jeans war und das vollkommen reichte. Hier hatte ich aber einen recht dünnen Baumwollstoff bekommen, musste ihn also auf jeden Fall doppelt verwenden und wollte keine unschönen Nähte innen. Der Knoten im Kopf war zum Glück schnell gelöst und alles ist jetzt schick und auch haptisch sehr schön, durch die doppelte Lage. 


Durch den Tunnelzug oben wird die Kordel gezogen, Befestigungsmöglichkeiten unten am Beutel gibt es dann ganz verschiedene. Ich hab schon welche gesehen, wo das Band einfach in der Seitennaht eingenäht war, das erschien mir aber recht ausreiß-anfällig. Ebenso Schlaufen aus Stoff, durch die die Kordel geführt wird. Ich habe also zum einen ein Rest Leder in die Ecke genäht und dort dann eine Öse eingeschlagen. Geknotet hält sich die Kordel dort vermutlich bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag. Noch habe ich keine Rückmeldung vom Kumpel des Bruders, aber ich finde den Beutel ziemlich toll. 


Und damit er es bloß nicht vergisst, habe ich innen eins meiner Label aufgenäht. Nur, falls nochmal jemand fragt, wo er so einen tollen Beutel herbekommt. 


Auf den Nadeln

 


Auf meinen Stricknadeln befindet sich aktuell nur wenig interessantes. Also, was das fotografische angeht. Gebt mir zwei Wochen, dann wird es hoffentlich schöner anzusehen sein. 
Mein Baumwollkleid habe ich aufgeribbelt und mit ein bisschen Recherche habe ich mich für den Pullover Wind Down entschieden. Noch bin ich mir ein bisschen unsicher, ob wir Freunde werden. Die Anleitung enthält solch wunderbare Sätze wie "At the same time"... und das hasse ich! Ebenso werden die Raglan Zunahmen in den Teilen des Körpers und der Ärmel in unterschiedlichen Reihen gemacht, also zum Beispiel im Vorder- und Rückenteil alle 2 Runden, in den Ärmeln alle 3. Das alles macht es schon kompliziert, obwohl das Foto erstmal nach einem schlichten Pulli mit ein bisschen Muster aussieht. Ich gebe dem guten Stück ein paar Tage Zeit, aber wenn wir nicht warm werden, dann suche ich mir etwas anderes aus. Bisher habe ich es über das Halsbündchen und die Aufteilung in Ärmel und Co nicht hinaus geschafft.


Projekt Nummer zwei befindet sich noch nicht einmal auf den Nadeln. Es wird ein Babybody aus solargefärbter Sockenwolle und einem braunen Rest Sockenwolle. Damit nehme ich am Ministrikk-Along von Sophia teil, zu Ehren der verstorbenen Autorin der Bücher. Die Anleitung habe ich mir gerade endlich übersetzt, es kann also heute Abend losgehen. 


Unter der Nadel

 


Selmin hat für die 12 Colors of Handmade Fashion im Juli die Farbe Rot ausgerufen. Ich bin ja ein großer Fan von Rot, auch wenn das in meinem Kleiderschrank irgendwie nicht so ersichtlich ist. Mein kleiner feiner Stoffstapel gab einen festen, weinroten Baumwollstoff her, der schon lange für eine Ginger Jeans geplant ist. Das wird nun also früher als gedacht Wirklichkeit, eigentlich hatte ich es gedanklich in den Herbst geschoben, aber jetzt reizt es mich deutlich mehr, das gute Stück anzugehen. 

Ansonsten stehen in nächster Zeit ein paar Geburtstage an, für die ich ein bisschen heimlich werkeln werde. Des weiteren gibt es Stoffreste, die Potential zu kurzen Hosen und Tops haben, auch da werde ich ein wenig herumprobieren. Es bleibt spannend, versprochen. 


Verlinkt bei Maschenfein

28. Juni 2017

Blau, blau blau sind alle meine Streifen

Hallo ihr Lieben!


Ich habe ja schon ein paar Mal an der 12 Colors of Handmade Fashion Challenge teilgenommen. Dort werden monatlich Farben gezogen, die dann unsere Kreativität anregen sollen. Bisher war ich bei Grün, Weiß und Gelb dabei. Als Selmin dann für den Juni die Farbe Blau gezogen hat, dachte ich mir schon, dass das gut klappen könnte. Während bei Gelb zufälligerweise ein passender Stoff im Regal lag und ich daher teilnehmen konnte, vernähe ich blau eigentlich ziemlich häufig. 


Und genau so ist es mit diesem Kleid gelaufen, es hat sich ein bisschen nebenbei selbst genäht, zumindest vom Gefühl her. Manchmal denke ich ja, wie praktisch es wäre, wenn ich morgens aufstehe und die Heinzelmännchen hätten schonmal den noch unversäuberten Saum umgenäht. Aber in echt wäre ich vermutlich ein bisschen stinkig, weil ich das selbst machen will. Und dieses glücklich-aufgeregte Gefühl, wenn etwas fertig ist und man es zum ersten Mal anzieht, das wäre dann auch ein bisschen weg. 


Also, mein Zufallskleid. Den Stoff hatte ich im Stoffladen entdeckt, ich weiß nicht, vielleicht nennt man ihn Sommersweat? Ich nenne ihn festen Jersey mit Streifen, der innen so "schlaufig" ist, also nicht weich, sondern eher rau, aber auch nicht wirklich. Ach ihr wisst schon. Und wenn nicht, ist auch nicht schlimm. Jedenfalls hatte ich diesen Stoff gesehen und fand ihn toll, so sommerlich in seinem blassblau. Ich dachte an ein lockeres Shirt und nahm 1,50m mit. Beim Lesen denkt jetzt das aufmerksame Gehirn: "Huch, das ist aber eine Menge für ein Shirt." - definitiv, aber wenn man dann einen spontanen Geistesblitz hat und einfach weiß, dass es ein Kleid werden muss, dann ist man plötzlich froh über die spontane Kaufwut. 


Der T-Shirt-Plan wurde also mit dickem Stift gestrichen, stattdessen durchwühlte ich meine Schnittmuster, denn wie das Kleid aussehen sollte, das wusste ich genau. Ganz locker, aber doch ein bisschen tailliert, damit ich nicht untergehe darin. Nicht zu kurz, damit ich es im Sommer ohne Strumpfhose anziehen mag. Kurze Ärmel, runder Ausschnitt. Eigentlich total durchschnittlich, aber sowas war nicht zu finden. Ich habe ein wenig überlegt und dann beschlossen, mir selbst etwas zu kreieren. Weil ich keine Raglan-Ärmel wollte, habe ich einfach den zuletzt genähten Schnitt, der meiner Idee nahe kam, gewählt und die Schnittteile vom Pullover "Bloom" aus der La Maison Victor gewählt. Die Änderungen sind natürlich so einige. 


Vorder- und Rückenteil habe ich auf die maximale Länge des Stoffes verlängert, also etwa 1,50m, ein bisschen muss man abziehen weil die Streifen sich an der Seitennaht ja auch noch treffen sollten. Weil der Pullover recht locker sitzt und dazu noch aus Sweat genäht ist, habe ich bei meinem Kleid die Nahtzugabe weggelassen und direkt am Rand der Schnittteile ausgeschnitten. Auf Taillenhöhe habe ich eine Kurve eingebaut, die dann Richtung Hüfte wieder ausläuft. Muss ja zu meiner Figur passen, das Ganze, damit es genau so fällt, wie ich es will, nämlich quasi umspielend. Den Halsausschnitt habe ich um ein gutes Stück vertieft, bestimmt 5cm. Tja, und als dann die Schnittteile auf dem Stoff lagen war recht schnell klar, dass ich puzzlen muss. So ist einer der Ärmel in der Mitte geteilt, anders war es nicht machbar. Also, vertikal, quasi verlängerte Schulternaht. Bisher ist das niemandem aufgefallen, und tatsächlich habe ich unbeabsichtigt die Bilder auch so gemacht, dass ihr es nicht sehen könnt. Ich denke da nämlich selbst gar nicht dran, weil ich das Kleid so sehr mag!


Eine Brusttasche habe ich dann auch noch eingebaut, da war aber echt jeder Stofffitzel weg danach. Ein bisschen krumpelig ist sie aufgesteppt, dicke Hubbel mag meine Nähmaschine einfach nicht. Sieht aber auch niemand. Und niemand trennt einen dreifach-Geradstich in Jersey, richtig? 
Das einzige, was mich ein wenig stört, ist der Halsausschnitt, der sich unten so wellt. Hätte ich dort mehr dehnen müssen, und dafür an den geraden stellen weniger?


Davon abgesehen war das ein echter Glücksgriff. Schnell genäht, das Ergebnis ist geworden wie es in meinem Kopf war und es war rechtzeitig zu meinem Geburtstag fertig. Dort habe ich dann auch viele liebe Worte dazu gehört, anscheinend steht mir die Farbe sehr gut. Mehr blau für mich! Selmin als großer Fan von Blau und Streifen, sowohl unabhängig als auch in Kombination, wird dem sicherlich beipflichten. 


So! Und mit einer handvoll Beeren aus meinem Garten verabschiede ich mich nun, verlinke diesen Beitrag sowohl bei 12 Colors of Handmade Fashion als auch beim heutigen Me Made Mittwoch und werde wohl, bei dem Regenwetter, heute etwas anderes tragen. Wie schade. 





24. Juni 2017

Drei Mützen, zwei Socken und ein Kleid

Hallo ihr Lieben!

Hier in Münster hat sich der Sommer wohl erstmal eine Pause gegönnt, es ist grau und wieder kühler. Es ist schade, zeitgleich aber auch eine kleine Erholung. Und heißt natürlich, dass es wieder angenehmer ist die Stricknadeln zu schwingen! Eine gute Methode, um auch bei den heißen Temperaturen noch ohne Schweißausbrüche zu stricken ist ja, sich kleine Teile auszusuchen. Socken, eine Mütze, oder vielleicht mal was für die kleinsten von uns? 


Zum Beispiel eine süße Mütze, die durch ihre Form die Ohren warmhält und durch die Bindemöglichkeit auch nicht verloren geht. Die Anleitung ist von Stichfest und vor allem für die Regia Pairfect von Schachenmayr konzipiert. Natürlich lässt sie sich trotzdem mit jeglichem anderen Garn in Sockenwollstärke stricken. Ich habe mich gleich an zwei Versionen probiert, die rechte war die erste und besteht aus den Resten meiner Kofte. Das Garn ist etwas dicker eigentlich, aber mit den 2,5er Nadeln gestrickt ergibt sich eine tolle, feste Struktur. Und so weich! Ratet, wer nun gerne einen Pullover aus dem Garn hätte ... also, noch einen, zusätzlich zur Kofte (noch nicht verbloggt). 
Nummer zwei habe ich aus Resten eines Knäuls Pairfect konstruiert. Dabei habe ich ganz schön gebastelt: Die gelben Streifen sind die Abschnitte, die zwischen Ende der ersten Socke und Beginn der zweiten im Knäul unterscheiden. Dunkelblau ist das Stück, welches für die Ferse vorgesehen ist, da ich in die Socken eine andersfarbige Ferse einarbeite. Und hellblau ist der Rest, der nach einer Socke in 41 übrig geblieben ist. Das waren ne Menge Fäden zu vernähen! Weil nicht genug Garn für zweimal I-Cord übrig war, habe ich die Bindebänder einfach aus den drei Farben geflochten, finde das auch sehr hübsch. 
Wer nun interessiert ist, die Pairfect Bonnet mal auszuprobieren, Sophia verkauft das praktische Set mit Garn und Anleitung in ihrem Shop. 


Schon eine Weile länger fertig ist ein Set aus Mütze und Socken. Die Socken sind wie immer grob nach den Baby Socks von Socksstreet gestrickt, da habe ich aber mittlerweile auch ein bisschen was verändert. Die Mütze ist die Bearly Bonnet, nur eben ohne die Ohren. Ich hab bisher ja noch keine Erfahrungen, wie Mützen so sitzen, kann mir aber vorstellen, dass diese ganz einfachen Mützen nicht gut halten und eine Bindemöglichkeit besser ist? Daher wieder eine Bonnet. Diese wird quasi komplett kraus rechts gestrickt, zuerst in Reihen, später in Runden. Ganz einfach.


Auch hier eine Bindeband - Besonderheit. Nach den Socken und der Mütze war vom Garn rein gar nichts mehr übrig, also musste ich mir etwas einfallen lassen. Ich habe dann letztlich ein Stück von diesem Band genommen, womit oft Stoffbestellungen verschnürt sind, dieses weichere Geschenkband. Das habe ich vorne durch die Maschen gezogen, ein kurzes Ende zweimal umgeklappt und mit der Nähmaschine angenäht. Das untere Ende habe ich für einen sauberen Abschluss dann ebenfalls zweimal umgeklappt und festgesteppt. Ich bin selbst ein bisschen stolz auf diese Idee. 


Und zuletzt das Kleid, von dem ich schonmal einen kleinen Spoiler gezeigt habe. Dazu kann ich keine Anleitung verlinken, da ich mir das Ganze selbst zusammengebastelt habe. Wenn ihr Interesse habt, würde ich meine Notizen aber gerne nochmal ordentlich aufschreiben. Gestrickt habe ich eine Raglan-Passe in kraus rechts, und dann habe ich die Ärmel nicht stillgelegt, sondern abgekettet, unter der Brust noch eine Weile kraus rechts gestrickt und dann auf glatt rechts übergewechselt. Das Garn wollte genau so etwas werden, fand ich. Reichte natrülich nicht, also habe ich noch einen weiteren Rest angebracht, aber der passt farblich auch gut rein, denke ich. 


An der Rückseite habe ich eine kleine Knopfleiste angebracht, die könnte aber genauso gut nach vorne getragen werden, da das Teil vorne und hinten ansonsten gleich ist. Ich finde dieses Kleid sehr niedlich und freue mich schon darauf, es verschenken zu können. Bisher gibt es in meinem Umfeld deutlich mehr Jungs-Eltern, da passt das nicht so gut. 

Das war es von mir! Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und wir lesen uns dann diese Woche nochmal, wenn ich es hinkriege, Fotos zu machen.