24. August 2016

Strickshirt aus Leinen

Hallo ihr Lieben!

Zu Beginn möchte ich einmal kurz meine Freude über eure positive Reaktion auf meinen Pyjama Sew Along ausdrücken: Juhuuuuuuu! :D

So, back to script.


Letzte Woche waren der Herzmann und ich auf einem kleinen Städtetrip in Belgien, genauer Brügge. Mittlerweile bin ich bei meiner Outfitherstellung so weit, dass auch praktische und alltagstaugliche Dinge dabei herumkommen. Im Gegensatz zu Röcken und Kleidern, die ich für einen Städtetrip eher unpraktisch finde weil sie sich an der Handtasche so nervig hochziehen oder im Wind aufbauschen, gab es zwei Stücke aus der Kategorie selfmade, die mit von der Partie waren. Zum einen meine Stoffhose, die bei dem warmen Wetter Gold wert war, und zum anderen ein euch noch unbekanntes Strickshirt nach der Anleitung Morning Mist von Annie Rowden.


Und weil Brügge einfach eine wunderschöne Stadt ist, habe ich die Chance genutzt euch mal einen anderen Hintergrund als meine Hecke im Garten zu zeigen. Ich bin nämlich leider zu unorganisiert um quer durch die Stadt zu fahren und nette "Locations" für die Bilder zu suchen. Und zu wenig Zeit dafür habe ich auch.


Zurück zum Shirt: Mitgenommen hatte ich es für abends, wenn es schon etwas kühler ist. Da das Top aus Leinen gemischt mit Baumwolle gestrickt ist, hat es auch eine kühlende Eigenschaft und trägt sich bei Temperaturen um die 20 Grad sehr angenehm. Das Garn nennt sich Creative Linen und ist von Rowan, was ich mal wieder bei Fia bezogen habe. Die Farbkombination sah im Knäul erst nicht wirklich gut aus und ich war echt unsicher. Jetzt, verstrickt, bin ich aber froh über meine Wahl von neutralen Farben, denn es passt nun zu allem und ist jetzt schon ein Renner im Schrank.


Zu allererst wird bei diesem Shirt der Lace-Teil gestrickt, und zwar mit einem provisorischen Maschenanschlag und quer zur späteren Strickrichtung beim Hauptteil. Nach der ersten Hälfte wird dann abgekettet und am provisorischen Anschlag in die andere Richtung gestrickt. Ich habe immer noch nicht verstanden, wieso, da das Muster dadurch nicht wirklich anders wirkt und man den Lace-Teil auch komplett am Stück hätte stricken können. So habe ich nun eine doch sichtbare etwas lockere Reihe in der Mitte, hätte ja nicht sein müssen.


Mit dem Muster habe ich mich ein bisschen gequält, es war irgendwie zwar simpel, aber trotzdem nicht so, dass ich es nach ein paar Wiederholungen so runterstricken konnte. Gefühlt hat dieser Teil genauso lange gedauert wie der komplette Rest. Man nimmt nämlich an den Schultern Maschen aus dem Stück auf, strickt ein kleines Stück glatt rechts, verbindet dann die Schultern und hat so einen Halsausschnitt geschaffen, strickt wieder glatt rechts und nimmt dann die Maschen unten am anderen langen Ende des Lace-Teils auf: Tada, Armlöcher. Ab da geht es dann nur noch fröhlich in Runden herum. Der Teil vorher wird natürlich in Reihen gestrickt, und das war echt anstrengend, Reihen kann ich nämlich nur gleichmäßig, wenn ich total fest stricke. Das dann noch mit Leinen, welches sich doch recht robust anfühlt - ein bisschen Hand-aua.


Hat sich aber gelohnt, muss ich sagen. Alle Säume/Ausschnitte wurden mit wenigen Reihen kraus rechts abgeschlossen, was mal anders aussieht und mir gut gefällt. Nach einem Waschgang sitzt das Shirt nun wirklich perfekt, sowohl in Länge als auch in Weite habe ich echt gut kalkuliert. Ich bin gespannt, wie es sich auf Dauer verhält. Fia hat berichtet, dass ihr Pullover aus dem selben Material nach einiger Tragezeit in Richtung Erdboden expandiert. Nicht dramatisch, aber wohl merkbar. Allerdings habe ich auch eine ganz andere Nadelstärke benutzt, vielleicht bleibt mein Shirt genauso wie es ist.


Für einen recht schnellen Strick mit viel Effekt und trotzdem viel glatt rechts in Runden ist das eine tolle Sache, die ich nur weiterempfehlen kann.

Und weil es ein Strickshirt ist, mit Spitzeneinsatz, nehme ich auch an der 12 letters of handmade fashion-Aktion in diesem Monat teil, dort geht es nämlich um den Buchstaben "S".

Das Projekt gibt es wie immer auch bei Ravelry.






21. August 2016

Pyjama Sew Along - {1} Ankündigung

Hallo ihr Lieben!

Sew Alongs sind ja so ein Ding, zu dem es verschiedenste Meinungen gibt. Die einen nehmen sie alle mit, weil sie dadurch den nötigen Druck und die Motivation bekommen etwas in einem gewissen Zeitrahmen fertigzustellen. Für andere ist es wieder viel zu strukturiert, deren Kreativität braucht ihren eigenen Rahmen. Ich habe, je nach Thema, durchaus Freude am ein oder anderen Sew Along und möchte aus diesem Grund einen eigenen starten. 

Wie ich darauf gekommen bin, zum Thema Pyjama zu nähen? Bei vielen kreativen Köpfen, die ihre Kleidung selbst herstellen, kommt irgendwann der Punkt, an dem man erstmal den Kleiderschrank ganz gut gefüllt hat oder alles im Bereich Tagesbekleidung einmal genäht und damit nicht mehr so spannend ist. Manche gehen dann dazu über sich ihre Unterwäsche zu nähen, so weit ist es bei mir noch nicht. Dafür habe ich es satt, immer nur in XXL-Werbeshirts zu schafen. Wer sich so viel Mühe gibt, tagsüber in gut sitzender und genau auf den Geschmack zugeschriebener Kleidung zu erscheinen, sollte dies auch im Bettchen tun, oder nicht? Ich trage meine Schlafklamotte mindestens genauso viel wie Alltagskleidung - denn bin ich zuhause, ziehe ich mich meistens um, bequem, sprich Schlafzeug.

Ich bin mir sicher, dass ich nicht die Einzige bin die sich bisher noch nicht viel mit ihrer Schlafkleidung auseinandergesetzt hat. Deshalb rufe ich euch auf: Näht mit mir! Lasst uns dafür sorgen, dass wir noch viel lieber ins Bett klettern, uns auch dort gut angezogen fühlen. Bei Schlafkleidung kann man nochmal ganz andere Stoffe verwenden, sowohl was die Art als auch die Musterung angeht. Neue Möglichkeiten! 


Ich habe mir ein paar Daten überlegt, zu denen ich einen Blogbeitrag verfassen werde. Ihr könnt mir dies gleich tun - ein Link-Tool wird es geben - oder auch nur zum Finale bloggen, das ist mir gleich. 

26.08 - Dieser Termin steht nicht mit in der Liste, dann am Freitag würde ich für euch gerne ein paar Inspirationen sammeln, die euch vielleicht motivieren mitzunähen, oder bei der Stoff- und Schnittwahl helfen.

28.08 - Wir stellen vor, für welche Schnitte und Stoffe wir uns entschieden haben. Vielleicht ist ja schon was vorhanden?

02.09/09.09/16.09 - Diese Treffen sollen zum Austausch dienen. Ihr könnt zeigen, was bisher geschafft wurde, welche Planänderungen es gab. Zum Beispiel erstes fertiges Modell, falls ihr mehrere geplant habt, ein Probestück. Außerdem kann man natürlich auch um Hilfe bitten, falls sich Probleme auftun. Durch die kleine Gemeinschaft, die wir gründen werden, gibt es immer die Chance, dass jemand sich damit auskennt und helfen kann. 

23.09 - Wir treffen uns zur finalen Schlafparty bei mir auf dem Blog! 

Na, was sagt ihr? Ist der Zeitraum angemessen? Habt ihr Lust? Wenn ja, dann hinterlasst doch einen Kommentar, damit ich quietschen und hüpfen kann vor Freude, dass jemand mitmacht. Wenn nicht, ziehe ich das alleine durch, aber gemeinsam ist es einfach noch viel schöner. 

Pyjama Sew Along soll übrigens ein Überbegriff sein, nähen könnt ihr alles, was im Bett getragen wird. Ob kurz oder lang, Nachthemd oder Pyjama oder eine Kombination aus Shirt und Hose, mir ists egal. Ich selbst hätte auch Bock auf einen Morgenmantel und würde diesen mit dazu zählen, falls das zeitlich passt.

Oh man, ich bin so gespannt, was ihr dazu sagt!





19. August 2016

Meister Lenz für Sie

Hallo ihr Lieben!

Das erste Herrenhemd, dass ich nach dem Schnitt Meister Lenz von Lotte&Ludwig genäht habe, war eigentlich ein ziemlicher Erfolg für ein noch nicht voll ausgereiftes Design. Quasi noch bevor ich fertig war gab es dann erste Änderungen, sodass ich den Schnitt gerne nochmal in der finalen Version nähen wollte. 

Das alles passte zusammen, dass ich dem großen kleinen Bruder einen Gutschein für ein genähtes Gut zum Geburtstag schenkte. Gefragt, ob er Lust auf ein langärmliges Hemd hätte, bestätigte er dies und ging sogar willig mit mir Stoff shoppen. Er hatte seinen innerhalb von Sekunden - ich habe ihn vorgeschlagen, weil ich den einfach toll fand, wir haben den Laden nochmal nach Alternativen abgesucht, aber da war nichts, also ist es der geworden. Dann mussten noch Knöpfe gesucht werden, was deutlich länger dauerte. Kleine, schlichte Knöpfe in dunkelblau oder -grün scheinen wenig erwünscht zu sein.


Das Vermessen des Bruders bestätigte mal wieder, dass die wenigsten Körper in Maßtabellen passten. Brustmaß sprach für Größe 48, Taille für zwei Nummern kleiner und Hüfte für eine größer als Brustmaß. Da dieses aber bei einem Hemd wohl das ist, was am ehesten passen sollte, entschied ich mich für 48. Da der Bruder nur wenige Zentimeter vor der 2 Meter Markierung kratzt, wurde es außerdem die längste Länge. Mh. Ihr seht oben gleich mehrere Probleme:
1) Die Ärmel sind zu kurz. Ich habe dort eindeutig zu zaghaft verlängert. Das sei nicht so schlimm, meistens trage er Hemden sowieso aufgekrempelt.
2) Gesamtlänge ist in Ordnung, ein wenig mehr wäre aber auch nicht schlimm. 
3) Männer haben Schultern! Und manchmal sind diese deutlich breiter als die Brust. Mein Bruder scheint wie ein V gebaut zu sein, wobei die untere Spitze dann die Taille bildet. Er konnte die Arme kaum bewegen, alles spannte und ihr seht auch, dass die Schulternaht viel zu weit innen liegt. Dadurch fehlt dann natürlich auch etwas Länge an den Armen ...


Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie ich mich gefühlt habe. Innerhalb von zwei Nachmittagen/Abenden nach der Arbeit habe ich das Hemd sorgfältigst heruntergenäht, wirklich nichts anderes gemacht. Knöpfe wurden sogar im Auto auf dem Weg zu meiner Familie angenäht! Ich habe das fertige Ding geliebt und konnte es mir so gut an meinem Bruder vorstellen, und dann sowas: Eigentlich untragbar. Ich bin dann am selben Tag nochmal zum Stoffladen, denn es war ja ein Geschenk und ich konnte das wirklich kaum ertragen, dass es nun nichts geworden war. Dort gab es aber nichts, was ihm gefiel, also blieb die Stimmung ziemlich weit unten.


So lange, bis ich schmollend überlegte, das Hemd dann halt für mich irgendwie abzuwandeln, müsste ja in etwa passen. Übergezogen, lange in den Spiegel gestarrt, während die Laune langsam hochging. Gar nicht so übel. 


Bisher habe ich noch nichts verändert, ich wollte es erstmal für mich eintragen. Den ersten Test auf der Arbeit hat es schon bestanden, wegen der Wärme offen getragen und mit gekrempelten Ärmeln hat es mir super gefallen! Richtig lang, damit sehr lässig, den Stoff mag ich an mir auch und dass die Knöpfe nun andersherum geschlossen werden, also bitte. Nur weil mal jemand überlegt hat, dass es da bei Männern und Frauen einen Unterschied geben sollte? Mir wurscht, das sieht niemand. 


Die Ärmel sind allerdings doch deutlich zu lang. Auf dem Bild mit der Rückenansicht ist das sehr deutlich. Dadurch lugen dann auch immer die Schlaufen zum Hochknöpfen der Ärmel durch den Ärmelschlitz, sieht seltsam aus und ich bin durchgehend am Reinfummeln. Die Ärmel werden dementsprechend noch gekürzt, aber dann wird das einfach mein Hemd.


Der Stoff ist richtig fest und dadurch standhaft, so sieht der Schnitt auch gleich wieder anders aus. Ich habe die Tasche, die Passe (wieder doppelt) und die Manschetten im schrägen Fadenlauf zugeschnitten. Ihr seht hier, wie ordentlich ich versucht habe zu arbeiten, die Streifen treffen über die Knopfleiste hinaus aufeinander! (Auch wenn es nicht ganz so aussieht. Glaubt mir.) An der Manschette gibt es zwei Knöpfe, weil ich nicht wusste, welche Weite mein Bruder dort braucht. Außerdem habe ich bei dieser Version die Knopfleiste nach außen anstatt nach innen gebügelt, was nochmal etwas mehr Holzfäller in das Hemd gibt.


Für meinen Bruder gibt es aber noch ein Happy End: Nachdem ich ja im Stoffladen in der Heimat weder diesen noch einen anderen Stoff ergattern konnte, fuhr ich am nächsten Tag nochmal zu einer anderen Filiale dieser Kette in Münster. Ihr glaubt nicht, wie ich mich gefreut habe: Der Stoff war dort noch da! Zwar nur 1,85m anstatt der vorgeschlagenen 2, aber das kriege ich hin, ein bisschen Rest ist noch vom ersten Hemd übrig, da kommt dann der Kleinkram drauf. Der Bruder ist auch hocherfreut und ich werde nun in den nächsten Tagen das Hemd nochmal nähen, nur eben anders. Nämlich zwei (!) Nummern größer, denn ein fertiges Hemd nach dem Schnitt hatte ich dank Herzmann für den Bruder zum Probieren da, und das passte tatsächlich ziemlich gut. Also nochmal, nur in 52. Und dann können wir im Partnerlook gehen. Nicht. Auf keinen Fall. Nie.


15. August 2016

Neues von Lotte&Ludwig - Meister Lenz

Hallo ihr Lieben!

So langsam nähe ich mehr für andere, als für mich. Der Sommer ist in meiner Familie Geburtstagssaison, und ich habe den Punkt erreicht, an dem meine genähten Werke auch gut genug für andere sind, nicht nur für mich. Außerdem nähe ich wirklich gerne Webware und Kleidung mit vielen Schritten, kann aber selbst eben nur begrenzt sowas gebrauchen.

Da traf es sich wirklich gut, dass Lotte&Ludwig mal wieder zum Probenähen aufrief. Zweimal durfte ich das schon für dieses Label, dass so gut zu mir passt. Diesmal war jedoch alles anders, denn es ist der erste Männerschnitt, den Svenja designt hat.


Der Herzmann ist etwas schüchtern und behält sein hübsches Gesicht für sich, aber ein bisschen näher kommt er trotzdem, damit wir uns das gute Stück mal näher ansehen können. Also, das Hemd.


Es ist im Grunde ein klassisches Hemd mit all den Kniffen, die ich so gerne nähe: Kragen und Kragensteg, Brusttasche, Knopfleiste, Passe, Manschetten und Riegel um die Ärmel hochzuknöpfen. Das Nähen selbst war nicht schwer, wer schon öfter mal eine Bluse oder ein Hemd genäht hat wird keine Probleme damit haben, und auch alle anderen sollten mit dem Ebook gut zurecht kommen, so ist zumindest mein Eindruck aus der Probenäh-Gruppe. Für die kniffligste Stelle gibt es sogar ein Video.


Hinten gibt es eine Falte, die sorgt für etwas mehr Bewegungsfreiheit. Diese Hemd ist nach der ersten Version des Schnittes genäht, die war noch nicht ganz ausgereift. Damit der Herzmann sich wohlfühlte musste ich an Seiten und Ärmeln etwa 2cm wegnehmen und in der Länge auch ein wenig, ziemlich ähnliche Änderungen sind aber am aktuellen Schnitt auch gemacht worden. Außerdem werde ich, falls ich nochmal eins nähen darf, die Ärmel etwas kürzen, die sind einen Tack zu lang. Wie das geht, wird im Ebook erklärt, ebenso wie der Körper selbst gekürzt, verschmälert oder für Männer mit Bäuchlein verändert werden.


Den Stoff habe ich ausgesucht, zum Glück gefiel er dem kritischen Auge. Er hat was von Flanell, ist dabei aber noch recht dünn. Das war beim Nähen ganz schön knifflig, weil er sich echt ordentlich verzogen hatte nach dem Waschen und ich ewig gebraucht habe, um alles ordentlich auszuschneiden. Und dann hat er sich auch noch immer so blöd verschoben unter der Nähmaschine! Ich brauche wirklich irgendwann eine mit verstellbarem Füßchendruck. Den schrägen Fadenlauf an Tasche, Manschette und Passe habe ich einfach mal selbst bestimmt, das fiel erst gar nicht auf, erst als ich darauf hinwies. War aber auch okay, ich mag es jedenfalls! Die Passe habe ich auch gedoppelt, ich finde das deutlich schöner und bin das Nähen schon so gewohnt, das ging ganz flott. Nun gibt es innen nur die Seitennähte als offene Nähte, das macht schon was aus.


Ein besonderes Feature ist noch die Brusttasche, die sich nach oben hin zuknöpfen lässt. Ich mag diese Detail und würde gerne mal mit zwei unifarbenen Stoffen experimentieren. Schaut euch mal die ganzen Designbeispiele bei DaWanda an! Ich denke in der Lotte&Ludwig Facebook Gruppe oder auf der Seite des Labels wird es bald auch noch ganz viele Bilder in groß geben.


Der Herzmann war mit diesem Hemd deutlich zufriedener als mit dem anderen, was ich für ihn genäht habe. Einzig die Knopfleiste und den Kragen hätte er gerne etwas steifer, damit er nicht so locker zur Seite fällt. Das liegt aber an meiner Wahl der Bügeleinlage, hat mit dem Schnitt nix zu tun. Für eine Probenäh-Version schonmal ziemlich positiv, das Label scheint also nicht nur zu mir, sondern auch zu ihm gut zu passen. Leider hat er keinen großen Bedarf an Hemden mit langen Ärmeln, sodass dieses hier wohl erstmal das letzte war. Eins mit kurzen wäre aber okay, also werde ich mich da in Zukunft mal dran wagen. Erstmal aber stehen noch zwei "Bestellungen" von Bruder und Vater in der Warteliste, denen das Hemd ebenfalls gefiel. Dazu dann aber am Wochenende mehr.

Schaut euch den Schnitt mal an, wenn ihr für einen Mann in eurer Umgebung nähen wollt. Man lernt ziemlich viel, das Ebook ist detailliert und wer Hilfe braucht, findet sie in der oben genannten Facebook-Gruppe immer schnell. Ich habe mal wieder gerne für Svenja ihren Schnitt getestet und bin jetzt, nach einigen Änderungen, zufrieden damit.





12. August 2016

Crossback Tank Top - Sorbetto Top Hack

Hallo ihr Lieben!

Verrückt, wie schnell man aus seiner üblichen Routine geworfen wird. Da braucht nur der Mittwoch als Klamotten-Zeig-Tag in die Pause gehen und ich werde nachlässig auf dem Blog. Na gut, ganz allein daran liegt es nicht, für diesen Monat helfe ich auf der Arbeit auf einer anderen Station aus, wo es deutlich stressiger und anstrengender ist, jedenfalls für mich, weil vieles neu ist. Dann habe ich oft keine Zeit oder Lust um mich noch an den Laptop zu setzen und was zu tippen. Heute gehts aber (vielleicht habe ich mich ja gewöhnt?) und ich versuche mal, ein paar sommerliche Gefühle aufkommen zu lassen.


 Der raffinierte Rückenteil meines Tulip Tank Tops hat mir ja sehr gefallen, ich trage das Oberteil häufig. Und zum Sommer hin kam dann die Idee, es doch einfach mal nachzunähen. Im Prinzip habe ich es gemacht wie in diesem englischen Tutorial, aber ich beschreibe es gerne nochmal auf deutsch für euch.
Als Grundlage braucht ihr einen einfachen Tank Top Schnitt. Ich habe mich für Sorbetto von Colette Patterns entschieden, weil der schon da war. Ihr nehmt euch das Rückenteil, dass ja im Bruch geschnitten wird, legt es auf Folie oder Papier, zeichnet rundherum, klappt es am Bruch vorsichtig um und zeichnet nochmal, sodass ihr quasi das Rückenteil gezeichnet habt wie es nach dem Zuschneiten aussieht.


Jetzt müsst ihr nur noch entscheiden, wie es letztlich aussehen soll. Zuerst hatte ich die Rundung so geschnitten, dass sie unter der Achsel endete, wie beim Tulip Tank eben auch. Dafür hatte ich aber nicht mehr genug Stoff übrig, also habe ich es wie im Tutorial beim Halsausschnitt enden lassen. Das nun erstellte Schnitteil zweimal zuschneiden (ich konnte nicht auf den Fadenlauf achten) und schon habt ihr die Rückenteile.


Sehr klug ist es, auf dem Schnitteil und dann auch auf dem Zuschnitt die Mitte am Halsausschnitt zu markieren. Dann kann auch schon genäht werden: Abnäher falls vorhanden, Schulternähte, Seitennähte. Die Rückenteile am Halsausschnitt so stecken, dass sich die hinteren Mitten treffen, innerhalb der NZ feststeppen und dann den Halsausschnitt wie gewünscht verarbeiten. Ich habe sowohl dort als auch an der kompletten Rundung und an den Armausschnitten Schrägband genommen. Schon fertig! Das Vorderteil habe ich offensichtlich ohne Falte genäht, dafür habe ich das Schnitteil einfach an der Markierung der Falte auf den Bruch gelegt.


Ich werde wohl nachträglich mit ein paar kleinen Handstichen die überlappenden Teile etwas aneinander befestigen, so wie es aktuell ist passiert beim nach vorne Beugen so einiges was vielleicht eher ungünstig ist. Ansonsten bin ich ziemlich zufrieden mit diesem Experiment. Wie ihr oben sehen könnt habe ich den Schnitt auch ordentlich verlängert, um 7cm insgesamt. 


Ein paar Anmerkungen an mich selber muss ich aber doch machen. Die Abnäher müssen etwas tiefer, und die Armausschnitte sind auch zu eng. Das habe ich garantiert schonmal gemerkt, denn Sorbetto habe ich schon einmal schlicht und geblümt genäht und da war es ja genauso. Aber naja, Siebhirn und so ... hoffentlich schaue ich vor einer weiteren Version hier rein!


Ich würde es gerne nochmal nähen, mit nicht so plastikmäßigem Stoff und vielleicht mit der ursprünglich geplanten Form, dann gibt es auch nicht so arg viel Haut zu sehen bei Wind und Bewegung. Aber, für ein kleines Nachmittagsexperiment mit Reststoff ist es toll geworden.


Kann der Sommer jetzt bitte zurückkommen? Bisher konnte ich es nur einmal im Urlaub tragen ...




5. August 2016

Auf und unter der Nadel im August

Hallo ihr Lieben!

Grad fällt mir absolut kein Geblubber ein, das zum Monatsanfang passt, deshalb starte ich mal direkt durch.


Am allerschönsten anzusehen ist ja mein Flea Cardigan. Den Körper habe ich fertig, mit dem ersten Ärmel bin ich angefangen, aber Fair Isle nur alle drei Runden in so kurzen Runden ... na verhedern sich Garn und Nadeln irgendwie andauernd. Außerdem hatte ich bisher abends kein Gehirn mehr übrig und habe nur wenig daran gestrickt. Aber anziehen kann ich ihn eh noch nicht, also lasse ich mir auch die Zeit, die ich brauche. Bisher hat es aber ziemlich viel Spaß gemacht, das Garn mag ich sehr und die Optik noch mehr.


Das Doppeltestprojekt (Buchanleitung und Garnpiekstest), ein Babyjäckchen, braucht noch einen zweiten Ärmel und eine Blende, dann ist es auch fertig und ich habe was für die Tüte mit Geschenken. Oder selbst zu verwenden, wenn es lange genug niemanden zu beschenken gibt.


Die beiden Jacken sind aus demselben Garn, Alpaca von Drops. Nun habe ich davon einen bunten Haufen Reste und werde, sobald eins der hier vorgestellten Projekte beendet ist, einen Adventskalender wie Fia ihn gestrickt hat beginnen. Nicht mit allen Farben, aber so drei bis vier davon, immer zusammen mit weiß. Das wird herrlich kurzweilig.


Die immerwährenden Socken kommen langsam voran, weil, wie gesagt, aktuell abends kein Gehirn mehr übrig. Auf der Arbeit habe ich für diesen Monat die Station gewechselt, und das bedeutet deutlich mehr Anstrengung, weil ich vieles neu lernen muss und einfach alles ungewohnt ist. Da freue ich mich über so stumpfes rechts stricken grad sehr (und werde wohl auch daran gleich weitermachen).


Unter meiner Nadel sind diesen Monat vor allem Geschenke/Projekte für andere. Weil es unter anderem ein Probenähen ist, kann ich euch nur die Stoffe zeigen, aber in echt liegt links ein fertiges Hemd und rechts eins wo nur noch Knöpfe fehlen. Jippieh! Wenn das vorbei ist habe ich noch ein paar Änderungen zu machen (wer die Maschine der Mutter klaut, muss dann auch immer die Korrekturen nähen, logisch) und dann gibt es mal wieder was für mich. Wird aber auch Zeit.

Bei maschenfein wird gesammelt, was gestrickt wird, immer monatlich, immer schön zum Stöbern. Ich habe das unter der Nadel dazu erfunden, erfreue mich daran aber sehr.

Was habt ihr so geplant in diesem Monat?




1. August 2016

Gelesen im Juli 2016

Hallo ihr Lieben!

Eigentlich habe ich damit gerechnet, euch mindestens vier Bücher präsentieren zu können, denn im Juli war Urlaub angesagt! Aber ich war in einem großen Dilemma: Anfang Juli hatte ich ein gut dickes Buch angefangen, noch anderthalb Wochen bis zum Urlaub. Nun war meine Wahl: Möglichst wenig lesen, damit ich den Wälzer nicht für nur hundert Seiten mitnehmen muss, oder aber vorher fertig lesen. Da ich aber nicht einschätzen konnte, ob es klappt, habe ich mir Zeit gelassen. Zusätzlich noch ein weiteres Buch mitgenommen, beide durchgelesen, in einer Woche. Das war schön! 


Bei dem Dilemma-Buch handelt es sich um Band vier von
George R.R. Martin - Das Lied von Eis und Feuer - Die Saat des goldenen Löwen

Die Serie geht ja nun erstmal wieder in eine Pause, und ich denke bis zum Start der nächsten Staffel habe ich die Bücher geschafft. Dann verwirrt mich das alles nicht mehr so, zum Glück. 
Auch Band vier fand ich wieder interessant und gut zu lesen. Es gibt Personen, deren aktuelle Handlung mich eher langweilt - Bran, Arya zum Beispiel tingeln gefühlt nur durch die Gegend, da fehlt dann doch die Spannung weil ich mich selbst gespoilert habe. Dafür freut es mich bei anderen Strängen, wie anders es doch im filmischen umgesetzt wurde oder was ich zusätzlich erfahre. Es bleibt spannend.


Sebastian Fitzek - Passagier 23

Geburtstagsgeschenk vom Herzmann, der weiß, dass ich Fitzek ziemlich gerne lese. Ein guter deutscher Thriller-Autor. Häufig ziemlich abgedreht, aber auch immer unglaublich spannend.
In diesem Fall geht es um die Welt der Kreuzfahrtschiffe. Aufgebaut auf dem realen Fakt, dass auf solchen Schiffen mehrere Leute im Jahr spurlos verschwinden, hat er sich eine unglaublich verdrehte Geschichte ausgedacht. Man merkt, dass er gut recherchiert hat, alles wirkt authentisch. Die Hauptperson, der privat gescheiterte Martin Schwartz wollte eigentlich nie wieder ein Kreuzfahrtschiff betreten, doch ein einziger Anruf bringt ihn dazu seinen Einsatz abzubrechen und sich dorthin zu begeben. Und natürlich verlässt er nicht, wie geplant, das Schiff nach ein paar Stunden, sondern geht vor Ende der Reise nicht von Bord. 
Es lohnt sich, dieses Buch zu lesen, allein schon für das Nachwort. Bei Fitzek immer, immer bis ganz, ganz zum Schluss lesen, ich kicher da immer vor mich hin. Unglaublich sympathisch der Mann, nur über die wenigen Seiten der Danksagung.