17. Januar 2018

Newcastle Cardigan und Agnes - Grau und grau mit Glitzer

Hallo ihr Lieben!

Nachdem ich euch letzte Woche die genähten Kleidungsstücke für meinen Bruder vorstellte, ist heute die Generation darüber dran: Auch meine Eltern sind von mir benäht worden. Wie es der Zufall wollte, sind hier zwei graue Teile entstanden, sodass es zwar ein wenig trist wird, aber für die Fotos haben wir uns um ein wenig Farbtupfer in Form von Tannenbaum und Dekoration bemüht.


Die Idee

Mein Papa (den ihr hier noch gar nicht kennengelernt habe - darf ich vorstellen: Mein allerbester Papa!) hat im Winter öfter mal einen unangenehm kalten Nacken, der im schlimmsten Fall mit Muskelschmerzen einhergeht. Da er aber niemand ist, der im Haus einen Schal trägt, favorisiert er Jacken und Pullover, die im Nacken eng anliegen. Auch Hemden trägt er gerne. Soweit zu den Voraussetzungen von seiner Seite aus. Nun zu mir: Ich habe mir die Schnitte von Thread Theory angeschaut, eher aus Interesse, denn ein Label, dass einzig und allein Herrenschnitte designt ist ja schon etwas besonderes. Schon beim ersten Blick auf den Newcastle Cardigan war mir klar, dass ich den irgendwann mal für meinen Papa nähen müsste. Genau die Schnittführung, die für einen warmen Nacken sorgen würde. Der Gedanke war also abgespeichert, da es irgendwann im Sommer war aber erstmal auf später verschoben. Dann kam Weihnachten, der Gedanke rutschte artig wieder in den Vorderkopf und bat um Aufmerksamkeit. Nicht wie all die anderen Ideen, an die ich mich nur noch dunkel erinner mit einem Gefühl von "Da war mal was...". Nunja. Es stand dann also fest, was der Papa zu Weihnachten bekommen sollte. 


Material

In meinem Kopf entstand recht schnell ein Bild der fertigen Jacke. Relativ schlicht sollte sie werden, auf keinen Fall mit verschiedenen Stoffen oder Unterteilungen. Ein Sweatstoff wäre in Ordnung, viel besser aber ein schöner Strickstoff. Und genau diesen Vorstellungen entsprang dann dieser Strickstoff, den ich bei Stoff und Stil orderte. Einfach perfekt! Er ist meliert, also nicht zu langweilig, schön fest, leiert also nicht aus, hat ordentlich Gewicht, ist aber nicht zu dick. Ich war wirklich sehr positiv überrascht, als ich das Paket auspackte. Stoffbestellungen im Internet sind ja doch immer ein bisschen viel Risiko. Noch ein Bonus: Im Gegensatz zu vielen anderen Strickstoffen besteht dieser nicht hauptsächlich aus irgendeinem Plastik, sondern aus Viskose. Das führt zu einem recht glatten Gefühl, total interessant. Zu meinem Stoffglück kamen dann tatsächlich noch die perfekten Knöpfe. Das finde ich ja immer unglaublich schwer; Knöpfe kann ich nicht online bestellen, die muss ich mir anschauen. In der Regel stehe ich dann mit einem Stoffstück in drei verschiedenen Stoffgeschäften und finde trotzdem keinen passenden Stoff. Hier lief es ganz anders, der erste, den ich aus dem Regal zog, fand ich super passend. Auch die Knöpfe sind variierend und treffen genau die Farbtöne des Stoffes. Herrlich, wenn es sich so perfekt zusammenfügt!


Das Nähen

Den Schnitt hatte ich zügig bestellt und geklebt, nach einigen Ausmessungen hatte ich mich eigentlich dafür entschieden, Größe M zuzuschneiden und die Seitennähte auf L auslaufen zu lassen, da mein Papa einen kleinen Bauch trägt. Leider hatte ich das beim Zuschnitt schon wieder vergessen. Nun gut, dachte ich, nutze ich die großzügige Nahtzugabe von 1,5cm eben an den Seitennähten gut aus - auch vergessen. Argh! Zum Glück, Achtung Spoiler, passt der Cardigan trotzdem gut.  
Es handelt sich bei dem Cardigan übrigens um die Version mit dem großen Kragen. Eine weitere Version ist enthalten, bei der ist er nicht ganz so mächtig. Ich dachte aber: Wenn schon, denn schon, und habe aufs volle gesetzt. 
An die Anleitung habe ich mich relativ genau gehalten. Unterer Kragen, die Blenden und die Knopfleiste sind verstärkt, Absteppungen habe ich auch dort gemacht, wo sie empfohlen waren. Nur die Ärmel musste ich ein wenig kürzen, im Gegensatz zum Rest der Familie ist mein Papa nämlich recht klein und hat entsprechend auch eher kurze Arme. 5cm habe ich rausgenommen. 


Das fertige Kleidungsstück

Ich war mit dem Ergebnis ziemlich zufrieden. Zwar dachte ich, ich hätte ein Kleidungsstück für Kinder genäht, als er so fertig auf dem Boden lag, aber das war einfach, weil ich die Tage vorher an den Teilen für meinen Riesenbruder genäht hatte. Im Vergleich zu den Zelten sieht alles winzig aus. Ich hatte tatsächlich ein wenig das Gefühl für Größen verloren. Aber davon abgesehen: Alles harmonierte, sah so schön ordentlich aus, ich konnte es mir an meinem Papa super vorstellen. Das war schon schwer, dann noch bis Weihnachten zu warten! Er hat es direkt unterm Baum angezogen, was mich beruhigte, hatte ich doch bis zuletzt noch Angst, ob der Bauch reinpassen würde. Die Jacke gefiel ihm - bei Männern ja oft nicht so leicht zu entdecken, die ehrliche Freude, hier aber definitiv vorhanden. Falls er noch einmal so eine Jacke bekommen sollte, würde ich den schmaleren Kragen ausprobieren und die Ärmel wieder etwas verlängern, dafür die Ärmelbündchen verschmälern, die finde ich so ein wenig zu breit. Ansonsten sind wir mit dem Werk sehr glücklich!


 


Die Idee

Nun ist meine Mama dran. Ich habe da eine ganze Liste an Ideen, was ich für sie mal nähen könnte. Das liegt einfach daran, dass sie oft bei einem Kleidungsstück, welches ich trage, den Wunsch äußert, so etwas auch mal zu haben. Und etwas interessierter an Kleidung als die Männer meiner Familie ist sie auch. Mein Agnes Longsleeve mit Streifen zum Beispiel fand sie ziemlich gut und meldete an, so etwas auch gebrauchen zu können. Das passte dann zu Weihnachten ganz gut. 


Das Material

Ein Ringelshirt sollte es werden, lange Arme, keine Puffärmel, keine Raffung am Ausschnitt. Ganz simpel, damit es möglichst kombinierbar ist. Mal davon abgesehen, dass Puffärmel auch überhaupt nicht zu meiner Mama passen. Ich begab mich auf die Suche nach einem passenden Stoff und stolperte bei Stoff und Stil über den unglaublichen Glitzerjersey. Der passte sowas von zu meiner Mama! Sie liebt alles, was (silbrig) glitzert, man beachte die Deko im Hintergrund. Noch dazu war der Glitzer wirklich toll, keine schlecht eingewebten Fäden, sondern eher ein Schimmern. Ich wusste sofort, dass es genau der Stoff werden musste. Er war auch der Auslöser, dass ich eigentlich alle Stoffe für die Weihnachtsgeschenke bei Stoff und Stil bestellt habe. 


Das Nähen

Den Schnitt hatte ich ja schon hier, musste ihn nur in der passenden Größe nochmal abpausen. Weil meine Mama einen größeren Brustumfang hat als ich, habe ich mich entsprechend für Größe 6 entschieden, zu eng sollte es auch nicht sitzen, da ist sie nicht so Fan von. Und ich wollte auch nicht, dass dieser Eyecatcher als Unterzieh-Shirt endet. Ähnlich wie ich ist Mama recht groß, sodass ich in der Länge 5cm und an den Armen 8cm hinzugegeben habe. Beim Zuschnitt habe ich darauf geachtet, dass die Streifen an den Seitennähten aufeinandertreffen und der Halsausschnitt ordentlich gestreift ist. Genäht habe ich dann so, dass alle Kanten, sprich Halsausschnitt, Ärmel und Saum mit einem feinen silbernen Streifen enden. Das ergibt meiner Meinung nach ein harmonischeres Bild als unterschiedliche Abschlüsse. Ansonsten war das Nähen recht simpel und hat mir viel Spaß gemacht. Ich würde selbst wohl kaum etwas glitzerndes tragen, aber es zu verarbeiten war schon witzig. 



Das fertige Kleidungsstück

Zum Glück hat das Glitzer meiner Mama super gut gefallen. Es beschleichen einen ja dann doch immer Zweifel so kurz vor der Bescherung, aber sie hat sich sehr gefreut und das Shirt auch gleich am nächsten Tag zum Verwandschaftsbesuch angezogen, dort viel Lob bekommen, was uns beide sehr gefreut hat. Ich glaube, dass sie dieses Shirt gut kombinieren kann, ein bisschen Glitzer schadet schließlich nicht, und mit einer Strickjacke drüber ist es ja schonmal deutlich weniger als so "pur". Ich freue mich, wenn ihr der Schnitt gefällt und sie noch weitere Shirts gebrauchen kann. Das Nähen geht schließlich ziemlich fix!

Danke an euch beiden fürs Model stehen. Ihr seid toll!




13. Januar 2018

Strampler Kollektion

Hallo ihr Lieben!

Schön, dass ihr hier seid. Wenn ihr Erwachsenenkleidung erwartet, muss ich euch enttäuschen: Heute sind mal wieder die ganz kleinen Sachen dran. Davon hat sich in letzter Zeit einiges angesammelt, deshalb starte ich nun mal mit all den Stramplern, die ich in den letzten Wochen genäht habe. Achtung, ziemlich süß, etwa zwischen Nougat und Baklava.



Dieser Strampler ist aus einem ganzen Haufen Reste entstanden. Der Hauptstoff ist ziemlich dünner Jeans, daraus habe ich mir ein Kleid genäht. Das Bündchen hatte ich mal für ein Projekt gekauft, dann aber doch nicht genutzt. Das Schrägband war mal eine Paspel, aus der ich die Kordel rausgeprökelt habe. Es passte farblich so schön und ich bin vom Ergebnis ziemlich begeistert. Es ist schöner geworden, als ich dachte. 


Damit es richtig schick ist, habe ich auch die Tasche noch verziert, hier mit richtiger Paspel. Zuerst war ich ja der Meinung, so eine Tasche ist nur zur Dekoration, ein klitzekleines Baby sammelt schließlich noch keine Steine oder andere tolle Dinge. Dann bin ich aufgeklärt worden, dass Eltern sich über so etwas freuen um zum Beispiel eine Schnullerkette daran festzumachen. Wieder etwas gelernt!
Die Anleitung ist der Strampler "Honigkuchenpferd" aus dem Buch "Nähen und Stricken für die Kleinsten". Bald habe ich alle Schnitte durch, hihi. 
Auf den Bildern kann man es nicht sehen, aber ich habe statt Druckknöpfen sogar Knopflöcher (in gelb!) genäht und Knöpfe angebracht. Denn der Stoff erschien mir so, ohne Verstärkung, zu dünn für Druckknöpfe, und Vlieseline innendrin hätte so unschön ausgesehen. Aber ich meine, der Schnitt ist auch für Jersey konstruiert, da ist das ja nochmal wieder anders. Aber die Knöpfe sind natürlich auch ziemlich schick. 


Aus dem selben Stoff, aber komplett gefüttert und daher Druckknopf-tauglich: Das Spielhöschen "Nesthäkchen", ebenfalls aus dem Buch. Leider sieht man das Futter nicht, weiße Blüten auf mint, die Kombination finde ich ziemlich schön. 
Hier wird eine Menge mit Gummiband gearbeitet: An den Beinausschnitten und hinten am Rücken. So passt die Hose vermutlich lange, aber das war ganz schön fummelig und passiert bestimmt nicht so schnell wieder. An den Trägern habe ich die Druckknöpfe noch nicht festgemacht, dies soll man nämlich quasi am Kind ausmessen. Habe ich nicht, also hängen sie an einem Tütchen mit einer Sicherheitsnadel befestigt am Stück dran und ich warte auf das zu beschenkende Kind. 


Die Tasche macht deutlich: Hier ist nochmal ein Honigkuchenpferd genäht worden, diesmal aus Jerseystoff. Wobei, auch nicht ganz wahr, die Tasche ist aus einem klitzekleinen Rest Katzen-Baumwolle entstanden, den ich einfach nicht weggeben wollte (alles an kleinen Resten wandert nämlich in diverse Kindegärten zum Basteln). So ist er hier nochmal schön präsentiert, worüber ich mich sehr freue. Der Jerseystoff ist ein Überbleibsel von einem Shirt, das Bündchen war noch von meinem letzten Traumanzug übrig. Hier habe ich Jersey-Drücker angebracht. Die Bündchen sind übrigens umgeklappt und zum Mitwachsen konstruiert, das finde ich ja immer sehr schlau. 

 
Das letzte Stück der Kollektion ist mein Herzstück: Ein elefantastischer Strampler, ganz nach meinen Vorlieben grau in grau. Der Hauptstoff ist Rest von einem Pullover für mich, für den Elefanten habe ich einfach die Rückseite gewählt. Ich habe ihn frei Hand aufgezeichnet und dann mit kleinem Geradstich aufgenäht. Dazu hat er noch ein Schwänzchen und Augen bekommen. Also eigentlich ein Auge, weil das andere liegt ja auf der nicht sichtbaren Seite. Ihr wisst schon. Weil ich nicht immer Lust auf Schrägband-  oder Jerseyeinfassungen habe, habe ich an dieser Stelle einfach Vorder- und Rückenteil nochmal in gekürzter Variante ausgeschnitten und alles gedoppelt, abgesteppt, fertig und schick. 
Hier habe ich den Gratis Schnitt Mickey verwendet. Noch weiß ich nicht, welcher der beiden Strampler-Schnitte der bessere ist. Ich habe ja auch kein menschliches Wesen in entsprechender Größe zum Ausprobieren hier, also kann ich auch keine Erfahrungswerte nutzen. Vermutlich ist das aber am Ende eh von Kind zu Kind unterschiedlich, je nach dem, wie es gebaut ist und gewickelt wird. Lang, dick, dünn, kurz ... naja. Egal.


Ist er nicht niedlich, der kleine Elefant? Und das Schwänzchen? Wäre goldengelchens Kleiner nicht schon zu groß, würde ich den Strampler sofort dorthin schicken, denn der steht ganz klar unter großem Elefanteneinfluss. 

Ich werde ja schon immer ein wenig schief angeschaut, dafür, dass ich so viel Babykram nähe, aber selbst keines habe. Zum Glück stört mich das nicht wirklich, beziehungsweise macht das Nähen selbst einfach zu viel Freude, als dass ich es einschränken möchte. Irgendwann kann ich all diese Sachen nutzen, ob als Geschenke oder für uns. Und mein Schrank platzt nicht, weil ich nur für mich nähe (stattdessen die Babykiste. Aber eine neue Babykiste ist platzsparender als ein neuer Schrank ... Argumente!). Achja. Jetzt habe ich mich ja doch irgendwie gerechtfertigt. Nein, erklärt. Das passt besser. 

Machts gut ihr Lieben!

10. Januar 2018

Nähen für den kleinen großen Bruder

Hallo ihr Lieben!


Es ist soweit, ich zeige euch die ersten beiden Teile, die ich zu Weihnachten genäht habe. Hat ein bisschen gedauert, bis die Bilder gemacht haben, welche ganz nebenbei erwähnt nicht die besten sind, schlechtes Licht und Ferienmodus haben wenig Ehrgeiz zugelassen. Aber man sieht auf jeden Fall genug. 

Im September habe ich mit der Geschenkeplanung angefangen und wollte zum weihnachtlichen Anlass endlich mal die Idee umsetzen, meinem Bruder eine Sweatshirtjacke zu nähen. Der fällt nämlich - ähnlich wie ich - total aus dem Raster der Konfektionsgrößen. Mit annährend 2 Meter Körpergröße kratzt er an die meisten Türrahmen und wählt in Geschäften grundsätzlich mindestens Größe XL, damit die Länge ausreicht. Dazu ist er aber auch ein Strich in der Landschaft, sodass die Klamotten von der Weite her nicht unbedingt passend sind. Bei Männer ist das nun nicht unbedingt schlimm, da tragen viele ja lieber lockere Kleidung. Trotzdem sollte endlich mal etwas wirklich passendes her. 


Ich bat daher meine Mama um die entsprechenden Maße. Diese gab sie mir durch, ebenso wie die Frage, ob ich auch noch einen Pullover für meinen Bruder nähen würde, sie würde mir diesen dann quasi bezahlen. Da kann ich ja gar nicht nein sagen, freue ich mich doch immer, wenn andere etwas von mir genäht haben wollen. Es standen also gleich zwei Kleidungsstücke für meinen Bruder auf der Liste. 


Relativ schnell hatte ich mich für den Schnitt Jordan von Pattydoo entschieden und nach kurzem Abgleichen mit den Maßen meines Bruders Größe L zugeschnitten. Notwendige Verlängerungen: 10cm an den Ärmeln, 5cm am Körper. Der Stoff ist ein dunkelblauer Sweat von Stoff und Stil, für ein bisschen Kontrast und Design habe ich mit weißen Akzenten in Kordel und Reißverschluss gespielt. Eigentlich eine kleine Lüge, denn ursprünglich hatte ich einen ebenfalls dunkelblauen Reißverschluss mitbestellt, der leider farblich gar nicht passte. Ich fing aber schonmal an zu nähen, und, wie ich es oft mache, schaute zwischendurch in eine der gekauften Jacken vom Herzmann, wenn ich Fragen zur Verarbeitung hatte. Dabei fiel mir dann auf, dass dort der Reißverschluss weiß ist, und, dass das eigentlich sehr oft so ist. Deshalb habe ich mich also für weiß entschieden und bin im Nachhinein auch sehr froh drum, das sieht schon ziemlich gut aus. Übrigens: Wenn ihr den Körper verlängert oder verkürzt, denkt dran, einen entsprechend passenden RV zu kaufen!


Für die beiden Bruderprojekte habe ich mir dann auch endlich mal Snap Pap zugelegt - und gleich wild damit experimentiert. Die Jacke hat ein kleines Dreieck auf einem Arm sowie ein Viereck an der Bauchtasche. Die Ösen habe ich damit verstärkt und so ein nutzloses aber schönes Schieberdings auf die Kordel aufgefädelt. Bei der Verarbeitung von Snap Pap als Kordelenden hat meine Nähmaschine ziemlich viel Fadensalat hergestellt, den letzten habe ich dann lieber mit Hand angenäht. Aber die Mühe lohnt sich, ich finde, diese kleinen Details werten das ganze Kleidungsstück auf. 


Chronologisch bin ich mit der Vorstellung der Sachen übrigens völlig durcheinander, das hier ist das letzte Stück, was ich genäht habe. Und komischerweise sind mir genau hier gleich zwei Nadeln gebrochen, einmal durch Dummheit (mit Affenzahn über Reißverschluss nähen ...) und einmal, weil es wohl einfach zu viele Lagen Sweat waren. Ich bin fast verzweifelt, als ich meine letzte Jersey-Nadel in die Maschine einsetzte ... aber alles ist gut gegangen, zum Glück!


Die Kapuze ist komplett gefüttert, allerdings habe ich am Schluss an der Halsnaht die NZ der Futterkapuze nach innen geklappt und dann nochmal abgeteppt, einfach, damit es schöner aussieht. In der Anleitung sollte diese nur Versäubert und dann festgesteppt werden. A pro pos Anleitung: Ich mag ja Videoanleitungen überhaupt nicht. Es hält mich ewig auf, immer ein Stück anzuschauen, zu pausieren, zu nähen, hoffentlich keinen der angesehenen Schritte zu vergessen ... und immer diese ewigen Nahaufnahmen vom Nähen selbst, braucht doch kein Mensch. Da ich aber noch nie eine Kapuzenjacke genäht hatte, kam ich ohne Anleitung auch nicht zurecht, schließlich gibt es innen noch Blenden, damit die Jacke auch offen schön aussieht und so. Aber was solls, dafür ist die Anleitung selbst ein ziemlicher Schnapper, da kann man sich auch wirklich nicht großartig beschweren.


Und das wichtigste ist sowieso: Die Jacke passt, der Bruder hat sich sehr gefreut (besonders über die flauschige Innenseite vom Sweat) und ich bin damit sehr glücklich. Übrigens auch, wie mir gerade beim Blick auf das Bild einfällt, wie passend die Teile der Bauchtasche am Reißverschluss aufeinandertreffen. Das hat beim ersten Versuch geklappt, zum Glück!

Nun gehen wir direkt mal weiter zum bestellten Pullover - das erste Teil, was ich für Weihnachten genäht habe.


Mein Bruder trägt sehr gerne Pullover mit so breiten und hohen Kragen, und weil ich nicht schon wieder eine Kapuze nähen wollte, sollte es auch lieber so ein Pullover sein. Das passende Schnittmuster hatte ich schon da: Mr. Comet habe ich bereits einmal für den Papa und den Herzmann genäht. Natürlich brauchte ich für meinen Bruder eine andere Größe: L habe ich auch hier gewählt, den Kragen allerdings in XXXL zugeschnitten, weil er halsnahe Dinge nicht aushält. Der trägt auch keinen Schal im Winter. Verrückt. Auch hier habe ich großzügig verlängert: Den Körper um 5cm, die Ärmel um 8cm.  Zusätzlich habe ich die Armbündchen länger zugeschnitten, als sie laut Schnittmuster sein sollen, da also auch nochmal etwa 2-3cm gut gemacht.


Und auch bei diesem Teil habe ich mich ausgetobt mit Snap Pap. Die Kordel ist wieder weiß, einfach die schönste Farbe, finde ich. Es ist ja sowieso am Ende das beste Gefühl, wenn alles fertig genäht ist, die Kordel einzuziehen und damit dem Stück den letzten Schliff zu verleihen. Herrlich!


Auch dieser Sweat ist von Stoff und Stil und ebenfalls von innen schön flauschig. Die Farbe finde ich ziemlich schön, so graublau meliert sieht echt in jedem Licht anders aus. Hat Spaß gemacht, damit zu nähen. Hier brauchte ich auch keine Anleitung, hatte ich ja alles schonmal gemacht und ein Raglanpullover ist nun wirklich nicht so irre schwer, wenn man schonmal ein paar genäht hat. Aber gedauert hat es, oh man. Der elastische Stich meiner Nähmaschine ist ja eh schon ziemlich langsam, und dann noch über diese langen Strecken, da hätte ich glatt zwischendurch nen Tee trinken können. Aber die Maschine näht ja nicht alleine. 


Es macht mich richtig stolz, andere in meinen genähten Kleidungsstücken zu sehen. Und wenn diese dann noch besser sitzen als gekaufte, was will man mehr? Ich schätze, es wird jetzt bestimmt öfter mal einen kleinen Auftrag geben. Hihi. 


Mein Brüderchen hat also ziemlich gut abgesahnt an Weihnachten. Demnächst zeige ich euch dann, was meine Eltern bekommen haben.





5. Januar 2018

Update No. 13

Hallo ihr Lieben!

So, ich konnte mich endlich mal wieder zu einem Update aufraffen. Bei dieser eigentlich zweiwöchigen Serie zeige ich, was fertig geworden ist, woran ich gerade arbeite, und was ich plane. Das eigentlich ist nicht ohne Grund in diesem Absatz untergebracht: Seit November habe ich geschludert und euch nicht auf dem akutellen Stand gehalten. Das lag hauptsächlich daran, dass ich fast nur noch an Weihnachtsgeschenken gearbeitet habe und diese hier nicht zeigen wollte. Nun, wo all das vorbei ist, möchte ich gerne wieder in den Rhythmus kommen, denn er bietet mir so einen schönen Überblick! Außerdem gibt es so abseits der fertigen Bilder auch immer mal wieder welche vom Entstehungsprozess, was ich ebenfalls gerne in Erinnerung behalten möchte. 


Neu im Schrank

Zwar nicht in meinem; aber trotzdem zeigenswert, denn eine Menge Herzblut sind reingewandert: All die tollen Geschenke. Da ich noch nicht alle am Mann fotografiert habe, gibt es heute erstmal nur meine gekritzelte Version der Teile, die 3D-Verwirklichung hole ich dann nach. So halte ich übrigens alle meine Projekte in meinem Büchlein fest, auch die gestrickten. Das Durchblättern macht später viel Freude, und wenn ich Informationen zu einem Schnittmuster oder einer Anleitung suche, schaue ich zuerst dort nach.










Das Jeanshemd bekam der Herzmann. Den Cardigan mein Papa. 


Das Longsleeve für meine Mama - da sie einen selbstgemachten Adventskalender gab, habe ich beim Nähwerk etwas weniger Arbeit investiert. Der Pullover ist für den Bruder.


Außerdem für den Bruder eine Kapuzenjacke. Im Auftrag der Mutter einer Freundin für eben diese ein Rucksack-Beutel-Dingsi. 

Ihr merkt, ich verwende hier erstmal nur wenig Worte. Sonst habe ich ja im tatsächlichen Beitrag nichts mehr zu berichten!


Ein kleiner Stapel Babysachen ist auch fertig geworden in den letzten Wochen. Auch diese werde ich euch nochmal einzeln vorstellen. Mein Lieblingsteil liegt ganz unten - seht ihr die blau weißen Streifen? :) 



Unter der Nadel



In diesem Jahr habe ich noch keine Erwachsenenkleidung genäht. Nach all den langen Nähten, also wirklich, gefühlt habe ich Zelte genäht, war mir irgendwie nicht so danach. Dafür aber, wie eigentlich immer, nach Resteverwertung. Es macht mir einfach so, so viel Freude aus den Stoffen noch mehr zu zaubern als das, wofür sie bestimmt waren. Hier seht ihr zwei Bodies, nach der Anleitung für den Wickelbody Wonneproppen aus meinem Lieblingskinderschnittmusterbuch (Gut, es ist mein einziges, diesen Titel zu erhalten war also nicht so schwer...). Man kann es nicht sehen, aber die hellgrauen Streifen im linken Body glitzern! Ich mag sowas ja eigentlich nicht, aber für meine Mama passte es einfach perfekt. Und weil ich den Stoff schon schön finde, nur halt für mich nicht, musste der Rest direkt weiter verarbeitet werden. Während der linke Body mit Jerseystreifen aus dem Stoff des rechten versäubert ist, wird der rechte, noch nicht fertige, mit Streifen aus dem Glitzerstoff gesäumt. Ein fesches Set, oder?


Und wenn ich dann wieder Lust auf größere Nähwerke habe, stehen mir aktuell diese Stöffchen zur Auswahl. Jeweils bei den Bestellungen für die Weihnachtsgeschenke mitgeordert - als Anreiz. Schon ewig habe ich einen schwarz weiß karierten Baumwollstoff für ein Granville Shirt gefunden, hier ist er endlich. Darauf freue ich mich eigentlich am meisten. Der Stoff darunter war ein kleiner Fehler: Nur einen halben Meter habe ich gekauft. Warum nur? Er ist super schön, aber mit einem halben Meter kann ich überhaupt nichts anfangen. Keine Ahnung, welcher Schockzauber da durch mein Hirn gewischt ist. Nun warte ich auf Berechtigung für eine neue Bestellung im selben Shop und hoffe, dass dann noch etwas vom Stoff da ist. Sonst muss ich es halt irgendwie mit einem einfarbigen Stoff kombinieren...
Der blaue Stoff ist Viskose und ein Fehlkauf. Ursprünglich hatte ich ihn für das Herrenhemd geplant, aber dafür ist er viel zu fließend. Vermutlich wird es ein Kleid für mich, einen Schnitt habe ich da schon im Auge. Der untere Stoff, denn ich für die Bilder als Hintergrund verwendet habe, soll eine Fräulein Lenz Bluse werden. Meine schlicht weiße trage ich andauernd, also brauche ich noch eine eher unaufgeregte Version. 

Ich schätze nicht, dass ich mehr als eins dieser Projekte in den nächsten zwei Wochen angehen werde, aber so habt ihr schonmal eine Ahnung, was bis zum Frühling so passiert bei mir. Und spätestens im Februar muss ich auf jeden Fall Stoff bestellen, denn dieses Jahr bin ich zum ersten Mal bei Sewing by the Sea dabei! Oh man, bin ich aufgeregt! Jedenfalls brauche ich dafür ja noch ein paar Projekte und entsprechend Stoff. Ein Lager habe ich ja nicht. Wer von euch ist dort denn auch dabei? Wer war schonmal auf einem Nähtreff und kann mir sagen, wie viele Projekte ich als nur mit einer Haushaltsnähmaschine und Bügelnazi nähende mitnehmen sollte?



Auf den Nadeln



 Meinen Streifenpulli kennt ihr noch gar nicht hier, oder? Und nun ist er schon fast fertig, sieht aus, als hätte ich den in null komma nix gestrickt. Das stimmt nicht, da sitze ich schon seit drei Wochen dran. Aber aktuell fehlt nur noch ein Ärmel (wofür ich noch ein bisschen Garn nachorganisieren musste ...) und dann muss ich ein ernstes Wörtchen mit dem Saum- und Halsbündchen reden. Die werd ich ordentlich unter Dampf setzen! Aber dann habe ich hoffentlich genau zu den ganz kalten Tagen einen kuschelig warmen Pullover. Eine Anleitung kann ich euch nicht verlinken, das habe ich mir selbst zusammengerechnet. Wenn ihr wollt, kann ich euch aber meine Notizen veröffentlichen, wenn der Pullover fertig ist.
 

Aus einem Rest Sockenwolle habe ich ein Paar Söckchen angeschlagen. Die Rose City Rollers habe ich im letzten Frühling und Herbst sehr gerne getragen, und da es sich hier (glaube ich) um einen Rest Baumwoll-Sockengarn handelt, erschien  mir diese Art von Socken als ziemlich passend. Ich bin positiv überrascht, wie hübsch das Garn verstrickt aussieht. Eigentlich mag ich Baumwoll-Sockengarn so gar nicht. Die Haptik ist nun wirklich nicht herausragend, aber wenn sie nett aussehen, dann gleicht sich das ziemlich gut wieder aus. 


 Sobald die Socken fertig sind, werde ich mich diesem Pastellgarn widmen und daraus einen Newborn Vertebrae stricken. Dieses Jäckchen habe ich schonmal gestrickt, und die Farben erscheinen mir ziemlich passend für Babystrick. Außerdem war mir mal wieder nach was anderem als Babymützen und - Socken.


Neues Spielzeug




Eigentlich hatte ich ja mal beschlossen, keinen Wollwickler zu benötigen. Auf ebay kleinanzeigen hatte ich mal ziemlich günstig eine uralte Haspel erstanden - komplett aus Holz und original mit Spinnweben - und eigentlich fühlte ich mich damit gut genug ausgerüstet für meine ab und an gekauften Stränge Garn. Alles weitere hakte ich unter unnötigem Luxus ab. Dann habe ich beim selben Online Portal mal wieder eine bunte Box Sockenwoll-Reste erstanden, einige davon waren zu so hübschen Knäulchen gewickelt. Die sind schon schön anzusehen. Und formstabiler. Ich habe beim selbst-Wickeln zwar fast eine ähnliche Form hinbekommen, aber die brach irgendwie schneller zusammen. Dann habe ich überlegt, dass ich vermutlich mein Leben lang stricken werde. Und durchaus verrückt genug wäre, auch schon industriell zum Knäul gewickelte Garne umzuwickeln. Einfach weil ich es so schön finde. Und, wie ich jetzt weiß, das Wickeln auch ziemlich Spaß macht. Naja, und das Gerät sollte ein Leben lang halten. Warum sich also nicht etwas gönnen, was so viel Freude bringen kann? Ich bin in so vielen anderen Bereichen ziemlich genügsam - elektronische Geräte kaufe ich zum Beispiel nur neu, wenn sie kaputt sind. Schuhe und Handtaschen habe ich nur die nötigsten. Marken sind mir egal. Ihr könnt es raushören: Ich habe mich für einen Wollwickler entschieden. Von meinem Geburtstagsgeld orderte ich in Estland einen Wickler, komplett Handmade. Irgendwelche Wetterbedingungen führten dazu, dass der Wickler erst letzte Woche bei mir ankam, anscheinend lässt sich im Sommer nicht so gut fertigen. Das war mir aber dann auch egal, ich erzähle es nur, falls ihr ebenfalls dort ordern wollt: Es kann ein bisschen dauern. Dafür ist er komplett aus Holz und Metall, kein Plastik, was durchbricht. Vielleicht leiden die Riemen irgendwann, aber die kann man sicherlich nachbestellen.  Ein paar meiner bunten Sockenwollreste habe ich schon fröhlich gewickelt, auch der Herzmann durfte mal probieren, und wir hatten beide viel Spaß. Was so ein kleines Teil doch bringen kann!


So, ich hoffe, ihr fühlt euch nun voll informiert. Ich bin jedenfalls froh über den Überblick, verlinke es wie immer sowohl bei Maschenfein als auch bei Fadenwechsel und mache mich nun wieder an die Nadeln. 

Happy knitting, happy sewing!






3. Januar 2018

Spontanes Weihnachts- und Silvesterkleid

Hallo ihr Lieben!

Zunächst einmal ist es wohl angebracht, euch ein frohes neues Jahr zu wünschen. 2018, was es uns wohl bringt? Ich wünsche mir weiterhin ein entschleunigtes und bewusstes Handarbeiten. Dazu trägt bestimmt positiv bei, dass sich der Me Made Mittwoch nun nurnoch am ersten Mittwoch eines jeden Monats zusammenfindet. Vorher war ja schon ein bisschen der Wunsch da, dort so häufig wie möglich mitzumachen. Mit dieser entzerrteren Regelung schätze ich, kann ich mir mehr Zeit für die einzelnen Beiträge nehmen und entspannter Bloggen. 
Sagte sie, und verballter erstmal direkt das erste Treffen dort drüben. Naja, kommt der Beitrag halt etwas später, ist ja auch nicht schlimm. Die Fotos sind zum Glück schon seit dem ersten Weihnachtsfeiertag im Kasten, denn: Spontan habe ich mir noch ein Weihnachts- und Silvesterkleid genäht. Ja, eines. Ganz ohne Skrupel ziehe ich zu beiden Anlässen gerne dasselbe an. 



Dabei habe ich übrigens ganz klare Prioritäten, was so festliche Kleidung angeht: Ein Kleid, am besten aus dehnbarem Stoff oder, falls Webware, etwas weiter. Denn, wir kennen es ja alle: Es gibt die ein odere andere Völlerei Leckerei an solchen Tagen, und da geht doch nichts über den dehnbaren Bund der Strumpfhose. Nichts kneift, kein Knopf muss unauffällig geöffnet werden. Naja, vielleicht bin ich ja auch die seltsame und alle anderen haben sich völlig im Griff, wenn so viel leckeres Essen auf einen Haufen fällt. 


Eigentlich dachte ich ja, keine Zeit mehr zu haben um mir ein Outfit für die Festtage zu nähen. Den ganzen Dezember war ich nämlich mit Weihnachtsgeschenken beschäftigt: Fünf Oberteile für Erwachsene sind es geworden, ein Hemd, eine Kapuzenjacke, ein Pullover, ein Cardigan und ein Longsleeve. Dazu kam noch eine kleine Auftragsarbeit für einen Beutel. Ganz bewusst hatte ich mir das Nähen dieser Teile in den Dezember gelegt, dort hatte ich nämlich ungewöhnlich viele freie Tage, eine Woche Urlaub und damit viel Zeit. Wie geplant konnte ich mit Tee, Weihnachtsmusik und Keksen die Nähmaschine rattern lassen und ganz viel Liebe und festlichkeit in die Stücke hineinnähen. Tja, und dann war ich eine ganze Woche vor Weihnachten fertig. Huch! Mit Blick auf mein kleines Stofflager stand ich dann kurz vor der Wahl, ob ich ein eher dünnes Kleid nähe oder mich an diesen schönen festen Jersey wage. Ich hatte ja ein bisschen Bammel, ob der Stoff als Kleid funktioniert, denn er ist schon recht schwer. Nicht, dass sich da was verzieht, bei dem Gewicht. Da aber ein dickeres Kleid deutlich mehr Sinn macht im Winter, habe ich mich dafür entschieden. 


Auf dem Bild war ich nur nicht ordentlich und habe nochmal rumgezuppelt. So viel Stoff im Rücken habe ich sonst nicht, das hatte sich nur vom Strickjacke ausziehen (die kennt ihr von hier) verzogen.
Ganz kurz nur musste ich überlegen, bevor ich die La Maison Victor 4/17 herauszog und mich für das Kleid Solange entschied. Der Hingucker an diesem Schnitt ist eigentlich ein sichtbarer Reißverschluss im Nacken. Offensichtlich kann ich LMV bei ihren Reißverschlüssen nicht folgen; wie auch beim Pullover Bloom habe ich hier den Reißverschluss einfach eliminiert. Dafür gibt es gleich zwei Gründe: Mich mit dehnbarem Stoff und Reißverschluss herumzuplagen wollte ich so kurz vor den Festtagen vermeiden. Bei Nina ist zu lesen, dass es nämlich nicht immer ganz einfach geht. Außerdem hatte ich schlicht und einfach keinen passenden Reißverschluss da, und kurz vor Weihnachten in die Innenstadt? Nein Danke. War ich doch so froh, in diesem Jahr für kein einziges Geschenk die Geschäfte stürmen zu müssen. Ich habe also einfach das Rückenteil im Bruch zugeschnitten und die Stelle, an der der RV eingesetzt wird, begradigt. 


Der Rest war dann denkbar einfach. Brustabnäher, Taschen, Schulternähte, Ärmel, Seitennähte. Um übrigens ein Ausleihern zu vermeiden, habe ich in der Nahtzugabe der Schulternaht ein Band mit eingenäht, welches nicht dehnbar ist. Habe ich mal bei einem anderen Schnitt gelernt und nutze dies nun oft bei Jersey und Co. 


Ein wenig gestolpert bin ich über die Versäuberung des Halsausschnittes. So wie ich es laut Anleitung verstehe, wird das Band nur nach innen umgeschlagen und dann festgenäht, sodass es unten eine offene Kante hat. Fand ich unschön, hatte zu dem Zeitpunkt aber schon mein Schrägband der Länge nach halbiert, musste also ordentlich fummeln um noch ein Stück einschlagen zu können. Auf dem Bild sieht es super aus, aber an der Stelle der Seitennähte ... nun gut, zum Glück schaut selten jemand außer mir innen in meine Kleidung. Das Schrägband ist übrigens selbst gemacht. 


Dass ich keinen Wert auf sich treffende Streifen lege, sollte offensichtlich sein. Außer natürlich bei den Seitennähten, da ist es schon schöner. Aber bei den Ärmeln, also wirklich. Das brauche ich nicht. Die Ärmel haben übrigens eine interessante Länge, finde ich. Nicht wirklich kurz, auch nicht 3/4. Sieht besser aus als ich dachte, ich hatte schon damit gerechnet, da etwas kürzen zu müssen. 


Das Futter der Nahttaschen habe ich bewusst aus einem kontrastreichen Stoff gewählt. Sowas macht mir ja immer Freude. Übrigens habe ich auch an dieser Stelle etwas anders gemacht als in der Anleitung beschrieben. Diese schlägt vor, dass man die Seitennaht vom Ärmel bis vor die Tasche näht, dann von unter der Tasche bis zum Saum und zum Schluss die beiden Taschenteile zusammen. Ich finde das unnötig umständlich und habe alles in einem Rutsch zusammengefügt: Vom Ärmel bis zur Tasche, Nähfüßchen hoch, drehen, Taschenteile zusammennähen, Nähfüßchen hoch, drehen und runter bis zum Saum. Hat super geklappt. 


Für meine Größe habe ich übrigens nur wenig angepasst. Statt empfohlenen 2,5cm habe ich 5 cm Saumzugabe gegeben, dies aber eher meinem Vorhaben geschuldet, den Saum zweimal anstatt wie angegeben einmal umzuschlagen. Außerdem habe ich noch die Taschen ein Stückchen tiefer gesetzt. Da ich das Kleid hauptsächlich mit Strumpfhose tragen werde, denn für den Sommer ist der Stoff zu dick, musste es nicht so lang sein. Mit dem Ergebnis bin ich rundum zufrieden. 


Ich habe mich über die Feiertage sehr wohl gefühlt in meinem Kleid. Da es ja eher warm war, war es praktisch ein kurzärmeliges Stück zu haben und die Jacke ablegen zu können. Es war genug Platz für Kekse, Schokolade, Kuchen und deftiges Abendessen. 
Der Schnitt wird bestimmt nochmal genäht hier. Besonders die Brustabnäher gefallen mir, ist bei Schnitten für dehnbare Stoffe ja doch eher unüblich, macht aber gerade bei Streifen einen schönen Effekt. 


Und natürlich dürfen Stricksocken nicht fehlen, auch, wenn es etwas schicker sein soll. 

Was habt ihr so an Weihnachten getragen? Seid ihr auch Team Strumpfhose und Kleid? Oder eher Hose und Blazer?

Das Kleid wird sich bestimmt zum Liebling entwickeln, auf denen heute der Fokus beim Me Made Mittwoch liegt. Ansonsten habe ich all meine Lieblinge aus dem letzten Jahr in diesem Beitrag gekürt, falls ihr neugierig seid.