3. Januar 2018

Spontanes Weihnachts- und Silvesterkleid

Hallo ihr Lieben!

Zunächst einmal ist es wohl angebracht, euch ein frohes neues Jahr zu wünschen. 2018, was es uns wohl bringt? Ich wünsche mir weiterhin ein entschleunigtes und bewusstes Handarbeiten. Dazu trägt bestimmt positiv bei, dass sich der Me Made Mittwoch nun nurnoch am ersten Mittwoch eines jeden Monats zusammenfindet. Vorher war ja schon ein bisschen der Wunsch da, dort so häufig wie möglich mitzumachen. Mit dieser entzerrteren Regelung schätze ich, kann ich mir mehr Zeit für die einzelnen Beiträge nehmen und entspannter Bloggen. 
Sagte sie, und verballter erstmal direkt das erste Treffen dort drüben. Naja, kommt der Beitrag halt etwas später, ist ja auch nicht schlimm. Die Fotos sind zum Glück schon seit dem ersten Weihnachtsfeiertag im Kasten, denn: Spontan habe ich mir noch ein Weihnachts- und Silvesterkleid genäht. Ja, eines. Ganz ohne Skrupel ziehe ich zu beiden Anlässen gerne dasselbe an. 



Dabei habe ich übrigens ganz klare Prioritäten, was so festliche Kleidung angeht: Ein Kleid, am besten aus dehnbarem Stoff oder, falls Webware, etwas weiter. Denn, wir kennen es ja alle: Es gibt die ein odere andere Völlerei Leckerei an solchen Tagen, und da geht doch nichts über den dehnbaren Bund der Strumpfhose. Nichts kneift, kein Knopf muss unauffällig geöffnet werden. Naja, vielleicht bin ich ja auch die seltsame und alle anderen haben sich völlig im Griff, wenn so viel leckeres Essen auf einen Haufen fällt. 


Eigentlich dachte ich ja, keine Zeit mehr zu haben um mir ein Outfit für die Festtage zu nähen. Den ganzen Dezember war ich nämlich mit Weihnachtsgeschenken beschäftigt: Fünf Oberteile für Erwachsene sind es geworden, ein Hemd, eine Kapuzenjacke, ein Pullover, ein Cardigan und ein Longsleeve. Dazu kam noch eine kleine Auftragsarbeit für einen Beutel. Ganz bewusst hatte ich mir das Nähen dieser Teile in den Dezember gelegt, dort hatte ich nämlich ungewöhnlich viele freie Tage, eine Woche Urlaub und damit viel Zeit. Wie geplant konnte ich mit Tee, Weihnachtsmusik und Keksen die Nähmaschine rattern lassen und ganz viel Liebe und festlichkeit in die Stücke hineinnähen. Tja, und dann war ich eine ganze Woche vor Weihnachten fertig. Huch! Mit Blick auf mein kleines Stofflager stand ich dann kurz vor der Wahl, ob ich ein eher dünnes Kleid nähe oder mich an diesen schönen festen Jersey wage. Ich hatte ja ein bisschen Bammel, ob der Stoff als Kleid funktioniert, denn er ist schon recht schwer. Nicht, dass sich da was verzieht, bei dem Gewicht. Da aber ein dickeres Kleid deutlich mehr Sinn macht im Winter, habe ich mich dafür entschieden. 


Auf dem Bild war ich nur nicht ordentlich und habe nochmal rumgezuppelt. So viel Stoff im Rücken habe ich sonst nicht, das hatte sich nur vom Strickjacke ausziehen (die kennt ihr von hier) verzogen.
Ganz kurz nur musste ich überlegen, bevor ich die La Maison Victor 4/17 herauszog und mich für das Kleid Solange entschied. Der Hingucker an diesem Schnitt ist eigentlich ein sichtbarer Reißverschluss im Nacken. Offensichtlich kann ich LMV bei ihren Reißverschlüssen nicht folgen; wie auch beim Pullover Bloom habe ich hier den Reißverschluss einfach eliminiert. Dafür gibt es gleich zwei Gründe: Mich mit dehnbarem Stoff und Reißverschluss herumzuplagen wollte ich so kurz vor den Festtagen vermeiden. Bei Nina ist zu lesen, dass es nämlich nicht immer ganz einfach geht. Außerdem hatte ich schlicht und einfach keinen passenden Reißverschluss da, und kurz vor Weihnachten in die Innenstadt? Nein Danke. War ich doch so froh, in diesem Jahr für kein einziges Geschenk die Geschäfte stürmen zu müssen. Ich habe also einfach das Rückenteil im Bruch zugeschnitten und die Stelle, an der der RV eingesetzt wird, begradigt. 


Der Rest war dann denkbar einfach. Brustabnäher, Taschen, Schulternähte, Ärmel, Seitennähte. Um übrigens ein Ausleihern zu vermeiden, habe ich in der Nahtzugabe der Schulternaht ein Band mit eingenäht, welches nicht dehnbar ist. Habe ich mal bei einem anderen Schnitt gelernt und nutze dies nun oft bei Jersey und Co. 


Ein wenig gestolpert bin ich über die Versäuberung des Halsausschnittes. So wie ich es laut Anleitung verstehe, wird das Band nur nach innen umgeschlagen und dann festgenäht, sodass es unten eine offene Kante hat. Fand ich unschön, hatte zu dem Zeitpunkt aber schon mein Schrägband der Länge nach halbiert, musste also ordentlich fummeln um noch ein Stück einschlagen zu können. Auf dem Bild sieht es super aus, aber an der Stelle der Seitennähte ... nun gut, zum Glück schaut selten jemand außer mir innen in meine Kleidung. Das Schrägband ist übrigens selbst gemacht. 


Dass ich keinen Wert auf sich treffende Streifen lege, sollte offensichtlich sein. Außer natürlich bei den Seitennähten, da ist es schon schöner. Aber bei den Ärmeln, also wirklich. Das brauche ich nicht. Die Ärmel haben übrigens eine interessante Länge, finde ich. Nicht wirklich kurz, auch nicht 3/4. Sieht besser aus als ich dachte, ich hatte schon damit gerechnet, da etwas kürzen zu müssen. 


Das Futter der Nahttaschen habe ich bewusst aus einem kontrastreichen Stoff gewählt. Sowas macht mir ja immer Freude. Übrigens habe ich auch an dieser Stelle etwas anders gemacht als in der Anleitung beschrieben. Diese schlägt vor, dass man die Seitennaht vom Ärmel bis vor die Tasche näht, dann von unter der Tasche bis zum Saum und zum Schluss die beiden Taschenteile zusammen. Ich finde das unnötig umständlich und habe alles in einem Rutsch zusammengefügt: Vom Ärmel bis zur Tasche, Nähfüßchen hoch, drehen, Taschenteile zusammennähen, Nähfüßchen hoch, drehen und runter bis zum Saum. Hat super geklappt. 


Für meine Größe habe ich übrigens nur wenig angepasst. Statt empfohlenen 2,5cm habe ich 5 cm Saumzugabe gegeben, dies aber eher meinem Vorhaben geschuldet, den Saum zweimal anstatt wie angegeben einmal umzuschlagen. Außerdem habe ich noch die Taschen ein Stückchen tiefer gesetzt. Da ich das Kleid hauptsächlich mit Strumpfhose tragen werde, denn für den Sommer ist der Stoff zu dick, musste es nicht so lang sein. Mit dem Ergebnis bin ich rundum zufrieden. 


Ich habe mich über die Feiertage sehr wohl gefühlt in meinem Kleid. Da es ja eher warm war, war es praktisch ein kurzärmeliges Stück zu haben und die Jacke ablegen zu können. Es war genug Platz für Kekse, Schokolade, Kuchen und deftiges Abendessen. 
Der Schnitt wird bestimmt nochmal genäht hier. Besonders die Brustabnäher gefallen mir, ist bei Schnitten für dehnbare Stoffe ja doch eher unüblich, macht aber gerade bei Streifen einen schönen Effekt. 


Und natürlich dürfen Stricksocken nicht fehlen, auch, wenn es etwas schicker sein soll. 

Was habt ihr so an Weihnachten getragen? Seid ihr auch Team Strumpfhose und Kleid? Oder eher Hose und Blazer?

Das Kleid wird sich bestimmt zum Liebling entwickeln, auf denen heute der Fokus beim Me Made Mittwoch liegt. Ansonsten habe ich all meine Lieblinge aus dem letzten Jahr in diesem Beitrag gekürt, falls ihr neugierig seid.




Kommentare:

  1. Das Kleid gefällt mir sehr. Schön bequem und sportlich schick - daraus entstehen meistens Lieblings-Alltagshelden ...
    Liebe Grüße von Doro

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  2. Zuerst einmal auch Dir an dieser Stelle ein frohes neues Jahr :-) Arbeite mich gerade durch Deine Posts :-) Dein Weihnachtskleid gefällt mir sehr gut. Einfach und schlicht, aber durch den Stoff und den Schnitt trotzdem schick und ideal als Kleid für Weihnachten und Silvester. Und da das Kleid Taschen hat, wird es sicher ein Liebling werden :-)

    Liebe Grüße, Brigitte

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    1. Vielen lieben Dank Brigitte! Ich vermute auch, dass es häufig getragen wird. Einfach und schlicht ist bei mir ein gutes Motto ;)

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