19. April 2018

Bluse Elsa - La Maison Victor

Hallo ihr Lieben

heute präsentiere ich schon das vorletzte Stück, welches ich bei Sewing by the Sea genäht habe. Dort war es, nach dem schnell genähten Pullover, das zweite Projekt, welches ich noch am ersten Abend angefangen habe. Da schwante mir dann schon, dass ich wohl nicht genug Arbeit mitgenommen hatte, aber ändern konnte ich daran sowieso nichts mehr, also habe ich fröhlich weitergenäht.


Schon beim Erscheinen der La Maison Victor 5/16 war mir die Bluse Elsa ins Auge gefallen. Sie sah schlicht, aber spannend aus und wurde für später im Hinterkopf gemerkt. Während ich aber bei digitalen oder Papier-Schnittmustern eigentlich gut den Überblick behalte, was ich noch nähen möchte, geriet diese Bluse irgendwie in Vergessenheit. Anders ist es nicht zu erklären, dass ich über ein Jahr gebraucht habe um sie endlich zu nähen. Vielleicht fehlte aber auch der passende Stoff?


Dabei handelt es sich um Twill von Stoff+Stil. Lässt sich total gut bügeln und nähen, flutscht nicht so arg wie viele andere Viskosestoffe, fällt aber trotzdem sehr fließend. Für mich farblich eher zurückhaltende war das Muster auch perfekt. Keine schlichte weiße Bluse, aber trotzdem mit den passenden Kombinationspartnern sehr vielseitig. 


Für meine Maße habe ich Größe 40 zugeschnitten, für meine Körpergröße sowohl Ärmel als auch Körper um 5cm verlängert. Während das bei den Ärmeln recht passend scheint, ist es mir am Körper schon zu viel. Unten kommt nochmal ein Bild, wo ich die Bluse nicht in die Hose gesteckt habe, ich werde euch darauf hinweisen. Harmonisch sieht es nicht aus, eher nach Schlafanzug, finde ich. Aber in der lockeren Variante vorne in der Hose sitzt die Bluse gut. Muss ich noch überlegen, ob ich sie kürze, damit ich sie ganz normal tragen kann. Viel Aufwand wäre das ja nicht. 


Während mein Standard Blusenschnitt ja das Granvilleshirt von Sewaholic ist, hat mich an dieser Bluse besonders die verdeckte Knopfleiste gereizt. Sowas hatte ich noch nicht genäht, macht aber optisch eine Menge aus. Hätte ich vorher gewusst, wie einfach das ist, hätte ich es mir sicherlich auch mal selbst ans Granville rangebastelt. Eigentlich wird nur geschickt gebügelt und einmal abgesteppt und schon ist es fertig. Gar kein großes Drama. Für dickere Stoffe aber sicherlich nicht so gut geeignet, da der Kragensteg oben die vierfache Lage Stoff irgendwie packen muss. 


Dem aufmerksamen Auge dürfte auffallen, dass die Knopfleiste "falsch" schließt. Es ist ja mal festgelegt worden, dass Frauenblusen und -jacken sich rechts auf links schließen. Bei Herren ist es genau umgekehrt. Während ich mich um solche Vorgaben nicht wirklich schere, ist es in diesem Fall aber aus einem anderen Grund störend: Die Gewohnheit! Für die Finger ist es wirklich schwieriger, die Knöpfe auf diese Art und Weise zu schließen. Probiert es mal aus, zieht mal ein Herrenhemd an und macht die Knöpfe zu. Ein wenig irritierend, natürlich nicht dramatisch und natürlich trägt sich die Bluse genauso, wie mit umgekehrter Knopfleiste. 
Dass sie so ist, wie sie ist, liegt an dem Zuschneide-Fehler, den ich immer mache. Eine Seite wird vorne länger zugeschnitten als die andere, und immer wieder verstehe ich nicht, welches das linke und welches das rechte Vorderteil ist. Ich kann mir einfach auf Teufel komm raus nicht merken, ob dies mit Daraufsicht festgelegt wird oder aus selbst tragender Perspektive. Also nähe ich munter weiter umgekehrte Knopfleisten. 


Weil ich bei der Stoffbestellung irgendwie Murks gemacht habe - nur einen halben Meter genäht, in welchem Universum soll das selbst für eine ärmellose Bluse reichen? Also noch einen Meter nachbestellt - musste ich bei der Nahtzugabe etwas sparen und konnte daher keine französischen Nähte nähen. Trotzdem ist zumindest im oberen Teil der Bluse durch die doppelte Passe und den Kragen alles hübsch eingefasst. Macht ja glücklich, finde ich. 


Hier übrigens die Bluse ohne in der Hose verstaut zu sein. Schon ziemlich lang, ich glaube fünf Zentimeter weniger würden jetzt auch nicht schlecht aussehen. Was meint ihr?
Die Ärmel sind auch so eine spannende Sache. Der Ärmelschlitz wird ganz anders genäht, als ich es bisher gemacht habe, quasi mit einem Stück Schrägband eingefasst und dann eine Ecke abgenäht. Ist definitiv einfacher, als ein richtiger Ärmelsteg, also eine gute Alternative. Oben auf dem Knopf-Foto könnt ihr den Ärmelschlitz aus der Nähe sehen. Aber, was mich ganz irritiert hat: Die Manschetten sind ziemlich eng! In geschlossenem Zustand kriege ich den Ärmel am Handgelenk mit meiner Uhr nicht richtig angezogen, der stockt dann da. Und ich habe jetzt nicht signifikant breite Handgelenke, soweit ich weiß. Der Knopf und das Knopfloch sind auch ganz außen angebracht, also ändern kann ich da nichts. Muss ich mir trotzdem merken, das würde ich für die Bequemlichkeit beim nächsten Mal etwas erweitern. 


Bisher habe ich ja, abgesehen von Oversize-Blusen, nur taillierte genäht. Diese hier ist ganz gerade geschnitten (was das Verlängern oder Kürzen deutlich einfacher macht) und ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie ich das finde. Tailliert steht mir meiner Meinung nach besser, aber so eine lockere Bluse im Schrank schadet natürlich auch nicht. Was meint ihr?


Vermutlich werde ich diese Bluse trotzdem nochmal nähen. Ich kann sie mir auch gut ohne Ärmel oder mit kurzen Ärmeln für den Sommer vorstellen, ein wenig Experimentieren wäre also auch noch drin. Und dann hätte sich das Problemchen mit den engen Manschetten auch erledigt, hihi. 


Ich wünsche euch eine schöne Restwoche und hoffe, ihr könnt im Gegensatz zu mir nicht nur vormittags die Sonne genießen. 
Verlinkt mit RUMS.

Happy Sewing!

Julia


16. April 2018

Me Made May 2018



'I, Julia / @_tuet / tuets.blogspot.de , sign up as a participant of Me-Made-May '18. I endeavour to wear at least one handmade item each day of May 2018. I also pledge to not wear any outfit more often than twice, thats because I wear each outfit for two days.' 

 Es ist bald wieder soweit, in zwei Wochen beginnt der Mai, und mit ihm der wohl größte Aktionsmonat im Bereich der Handarbeiten. Von Zoe auf ihrem (englischsprachigen) Blog ins Leben gerufen, ist es seit Jahren ein fester Anker in der Welt der Me Mades. Dabei kann jede/jeder ganz individuell teilnehmen und sich selbst Ziele stecken. Jeden Tag Handmade? Klar. Einmal die Woche Handmade? Auf jeden Fall. Vier neue Kleidungsstücke produzieren? Möglich. Nur Kleider tragen? Alles geht, man setzt sich selbst ein Ziel und fertig. Es muss nichts geteilt oder gebloggt werden, aber ein Haufen Menschen nimmt über die sozialen Medien daran teil, schaut hier zum Beispiel mal unter #mmmay18 oder #memademay18 bzw. für die letzten Jahre einfach die Jahreszahl anpassen. 









Ich habe im letzten Jahr erstmalig daran teilgenommen und fand es irre spannend. Handmade trage ich mittlerweile eigentlich sowieso jeden Tag, also war das nicht sonderlich schwer. Man lernt aber so viele tolle andere Nähende kennen, Schnitte, Inspirationen, der Kopf platzt gefühlt schon Mitte Mai. Ganz bewusst kaufe ich aktuell keine Stoffe oder Schnitte, weil ich vermutlich im Laufe des nächsten Monats eh alles über den Haufen werfen würde. 

In diesem Jahr habe ich die Herausforderung ein wenig gesteigert. Es soll wieder jeden Tag MeMade geben, das steht fest. Zusätzlich möchte ich aber kein Outfit öfter als zweimal tragen. Das ergibt sich daraus, dass ich meist dasselbe zwei Tage hintereinander trage. Keine Zeit um jeden Tag alles zu wechseln. Das heißt also: Ein Shirt und eine Hose zusammen dürfen an zwei Tagen getragen werden, aber nicht häufiger. Dieselbe Hose mit anderen Shirts darf dann gerne kombiniert werden. So möchte ich ein wenig Abwechslung reinbringen und vielleicht mal neue Kombinationen entdecken. 

Seid ihr auch mit dabei?


12. April 2018

Bobble Sheep Pillow - Namensvorschläge dringend erwünscht

Hallo ihr Lieben!


Beiträge die mit "eigentlich" beginnen, kündigen ja meist eine interessante Geschichte an. Jemand, der aus Gründen Dinge nicht tut, hat eine Ausnahme gemacht und berichtet nun davon. Ändern vielleicht seine Einstellung oder hat seinen Horizont erweitert. Das klingt nun viel aufregender, als das, was ich euch zu bieten habe, also bloß nicht enttäuscht sein. Also:
Eigentlich stricke ich ja keine Dekorationsgegenstände. Zwei Decken habe ich schon gestrickt und gehäkelt sowie zwei Kissen, das war es dann aber auch schon. Beides ist mehr Gebrauchs- als Dekorationsgegenstand und hat damit seine absolute Berechtigung. 


Und dann kam Sophia mit ihrem Garn Troll, welches von den Farben perfekt zu der Anleitung für das Schaf-Kissen von Purl Soho passte, welche schon ewig auf meiner Liste bei Ravelry war. So ein Zufall. Wir beratschlagten kurz, denn eigentlich wollten wir zusammen stricken, aber natürlich kein identisches Schaf. Sie entschied sich für ein graues Schaf, also bekam ich wollweiß und dunkelgrau für den Kopf. Spoiler: Ich hab ein fertiges Schaf. Sophia hat noch nicht angefangen. Ich habe gewonnen!


Das Schaf wird eigentlich mit noch dickerem Garn auf noch dickeren Nadeln gestrickt, es muss also echt massig sein am Ende, ich finde ja mein Kissen schon ausreichend groß. Die Konstruktion finde ich für ein Stofftier im weitesten Sinne sehr angenehm. Der Körper wird nach einem provisorischen Anschlag in Runden gestrickt, da sind natürlich die Noppen echt nervig, aber da musste durch, wenn du dein eigenes Schaf willst und kein Platz im Garten für ein echtes ist. An der oberen Kante, also dem Rücken, wird dann per Maschenstich geschlosen. Vorne Maschen für den Kopf aufgenommen, dieser auch in der Runde gestrickt mit strategisch gesetzten Abnahmen, die den Kopf formen. Dann das seltsamste: Ebenfalls mit Maschenstich schließen. Ich war verwirrt, aber es war Nachtdienst, also dachte ich mir, ne, falsch gelesen, guckste nochmal auf die Bilder. Aber echt: Der Kopf wird nicht ausgestopft, bleibt eine leere Hülle, wie ein Luftballon. Sieht gelinde gesagt bescheuert aus und wurde sofort verworfen. Den Kopf also fleißig ausgestopft und dann die Ohren dran gestrickt. Auch die haben bei mir im Nachtdienst echt für Kopfknoten gesorgt, wurden sie doch erst in der Runde und dann einfach flach gestrickt. Das geht doch nicht. Entweder oder. Unerhört. War aber richtig und sieht sogar ziemlich gut aus. 


Dann kamen die restlichen Extremitäten. Das Schwänzchen war schnell gestrickt, nun sollte es zu den Beinen übergehen. Auch hier ein kritischer Blick auf die Bilder der Anleitung. In der Runde gestrickte Lappen, vier Stück. Mh. Och, ne. Eigentlich braucht es die ja nicht, soll ja nur liegen, das Schaf. In meiner Vorstellung chillt es also nun auf seiner Wiese Decke und hat ganz elegant die Beine unter den Körper geklappt. Dann hat die Katze auch weniger zu attackieren.  
Für den Körper habe ich übrigens noch schnell aus farblich passendem Stoff ein Kissen genäht, weil das Muster an sich zu löchrig wäre um die Füllwatte dauerhaft zu halten. Einfach den Körper auf den Stoff gelegt, großzügig rumgezeichnet weil Wolle sich ordentlich dehnen kann und dann zusammengenäht. Wendeöffnung gelassen, diese später mit der Hand geschlossen. Einfach!


Genauere Informationen zu Garnverbrauch und Nadelstärke gibt es auf Ravelry. Aber nun meine Bitte an euch: Habt ihr einen schönen Namen für mein Schaf? Es ist weiblich, verlangt einen etwas individuelleren Namen als ihre Besitzerin und ist ansonsten offen für alles. Falls es hilft, natürlich handelt es sich um ein Merinoschaf.


Mal sehen, ob bei Rums noch andere Tiere unterwegs sind. 


Happy knitting!

Julia

9. April 2018

Update No. 19

Hallo ihr Lieben!

Das Update kommt heute ein wenig spät, oder auch früh, wie man es nimmt. Vorher hatte ich einfach keine Zeit, dafür gibt es nun mehr zu zeigen. 


Neu im Schrank



Ein Schaf! Mein Kissen nach einer Anleitung von Purl Soho ist fertig. Auf dem Bild fehlt noch der Schwanz, den habe ich heute in der Sonne drangestrickt. Gegen die Füße habe ich mich vorerst entschieden, die finde ich nicht so schön. Das wären quasi lange Lappen links und rechts, meiner Meinung nach seltsam. Ebenso wie die Vorgabe, den Kopf nicht auszustopfen. Sieht ganz komisch aus, so faltig und leer und ungesund. Also habe ich ordentlich Watte reingepackt. Aber die Details erfahrt ihr nochmal in einem anderen Beitrag. 


Auf den Nadeln

 

Die Ringelsocken ringeln sich aktuell nur langsam. Ich war ein wenig überfordert von all den angefangenen Projekten, die meine übliche Zahl von etwa drei deutlich überschritten haben. Ja, ich mache dich verantwortlich, Sophia! ;) Also habe ich bei anderen Projekten reingehauen, eine Mütze für meine Mama fertig gestrickt und das Schaf. Jetzt, um zwei Projekte leichter, fühle ich mich deutlich entspannter, weshalb es bei den Socken bestimmt bald voran geht. Außerdem brauche ich das Sockenwunder für ein anstehendes Projekt. Ob ich erstmal nur die eine Socke stricke oder doch schnell beide, bleibt offen. Soll ja auch spannend sein für euch hier.


Bei meinem Cardigan bin ich auch schon ein gutes Stück voran. Die Arme sind abgetrennt, und weil ich in der Körperlänge ganz frei entscheiden möchte, was mir am besten gefällt, stricke ich erst die Ärmel. Dann kann der Körper später theoretisch so lang werden, wie das Garn reicht. Dank Sockenwunder, oder in diesem Fall besser Ärmelwunder, lassen sich die Ärmel super schnell stricken, ich brauche nur noch etwa 15 cm bis zum Bündchen. Der zweite wird dann natürlich ein wenig Fleißarbeit, aber da ich eine freie Woche vor mir habe, hoffe ich auf schnelles Vorankommen. Wäre ja toll, die Jacke nochmal anziehen zu können, bevor es zu warm dafür wird!


Unter der Nadel



Nach über zwei Wochen Abstinenz habe ich es endlich mal wieder an die Nähmaschine geschafft. Eine Mischung aus schon länger liegendem und damit nicht so interessantem Zuschnitt, wenig Zeit und dem bangen Gefühl, ob der Stoff (vermutlich Wildlederimitat) sich gut verarbeiten lässt waren der Grund dafür. Ein freier Nachmittag reichte dann aus um mich zu motivieren. Der Dämpfer kam dann recht schnell, als ich feststellte, dass ich die Taschen auf beiden Seiten an die Schrittnaht genäht hatte. Oh man. Ich habe mich durchgebissen und entgegen meines Wunsches nicht alles in die Ecke geworfen, sondern artig getrennt und weitergenäht. Das hat sich ausgezahlt, jetzt fehlen nur noch die Seitennähte mit Reißverschluss, der Saum, die Po-Taschen und der innere Bund. Sogar das vordere "V" habe ich direkt im ersten Versuch ordentlich hinbekommen, da war ich vielleicht stolz. 


Neuzugänge



Wie oben schon erwähnt bemüht Sophia sich mit vollen Kräften, mir sowohl einen Stash als auch drölfzig Projekte anzudrehen. Das Garn von Lana Grossa ist ein PR-Sample, für dessen Verarbeitung sie selbst keine Zeit hat, und ich kann dann ja doch schlecht nein sagen wenn mich was in Sockenwollstärke anlacht. Darunter seht ihr eine Maschenprobe für ein weiteres Tuch, das wird super spannend und ich freue mich auch drauf. Das klingt natürlich ganz böse, wenn ich hier so rumnöle, aber natürlich habe ich einen eigenen Willen und kann auch nein sagen, wenn Anfragen kommen, keine Angst, das mache ich alles freiwillig und mit Freude. 

Wie immer wird dieser Beitrag mit Maschenfein und Fadenwechsel verlinkt.

Happy sewing, happy knitting!

Julia






4. April 2018

Port Trousers - Stoffhose mit Flamingo


Hallo ihr Lieben!


Ich habe ja mittlerweile schon einiges an Hosen genäht, Jeans in diversen Variationen, Shorts, Schlafhosen. Dagegen noch nie untergekommen war mir eine einfache Stoffhose, Chino, Karotte, was auch immer. Eigentlich verrückt, ist sie doch was Anpassungen angeht ein bisschen dankbarer als eine Skinny Jeans. 


Nun, ein bisschen geflunkert ist es, wenn ich jetzt herausbrülle, dass ich es angegangen bin, denn die Hose gibt es schon seit etwa 5 Monaten in meinem Schrank. Ende Oktober habe ich sie genäht, noch etwa einmal angezogen und dann, weil kalt, eigentlich nur im Schrank hängen gehabt. Foto-technisch fand ich sie daher auch irgendwie unpassend zu zeigen, deshalb kommt es jetzt, mit den ersten warmen Temperaturen, endlich zu einer gegenseitigen Vorstellung. Denn: Ich mag diese Hose sehr!


Bei einer Stoffbestellung bei Stoffe.de im Juli 17 zu anderen Zwecken nahm ich ein Reststück Baumwollköper mit, das klang irgendwie nett, und Marine klang auch gut, ich dachte direkt an eine Hose oder vielleicht einen Rock. Der Stoff lag dann offensichtlich ein wenig und wartete auf seinen Schnitt, entschieden habe ich mich für die Port Trousers von Pauline Alice. Ein bisschen Bange war mir, denn dies war erst der zweite Schnitt des Labels den ich ausprobierte, und meine Turia Dungarees waren ein absoluter Reinfall. Dementsprechend vorsichtig bin ich das Projekt angegangen, habe gründlich ausgemessen und fleißig an mich angepasst.


Die von mir ausgewählte "View A", also die lange Version mit Eingrifftaschen und aufgesetzten Po-Taschen habe ich um 10 Zentimeter an der im Schnitt markierten Stelle verlängert. Das ist schon eine Menge, und trotzdem würde ich noch ein paar Zentimeter dazugeben. Im Stehen geht es so gerade, und bei einer Sommerhose wie dieser hier ist es ja auch nicht weiter schlimm, wenn sie die Knöchel frei lässt. Aber ich hab Hosen lieber etwas länger und krempel sie um, wenn ich den sommerlichen Flair haben möchte. So sind sie flexibler, und ich habe als großer Mensch nunmal die anerzogene Angst vor zu kurzen Hosenbeinen und Ärmeln #giraffenarme und so.


 Auch die Hosenweite musste ich etwas an meine geschwungene Rückseite anpassen. Der Bund hat Größe 42, zur breitesten Stelle vom Po habe ich auf 44 erweitert und dann zum Saum hin wieder auf 42 auslaufen lassen. Je nach Stoff würde ich das sogar noch auf eine 40 verjüngen. Bei so einem eher steifen Stoff wie hier geht es gut, wäre er fließender würde mir wohl zu viel Stoff am Beim rumflattern. Ansonsten passt diese Kombination der Größen mir ziemlich gut, was mich sehr freut.


Wenn man übrigens alleine näht und der einzige Spiegel auf Po-Höhe in einer eher dunklen Ecke hängt, in der man die Taschen beim Verrenken kaum erahnen kann ... dann stellt man sich halt mit Fernauslöser vor die Kamera und überprüft so, ob die Taschen höher oder tiefer sitzen sollten. Ich nähe ja aufgesetzte Taschen nie nie nie nach der Empfehlung im Schnittmuster an, die ignoriere ich meistens komplett. Ist zwar komplizierter, die Taschen später auf eine fertige Hose zu pinnen und dabei nicht die Hosenbeine undurchdringbar zu verschließen, aber es macht so viel aus, wo die Taschen auf dem individuellen Po sitzen, dass mir das den Aufwand wert ist. 


Wie bei allen Hosen habe ich übrigens auch hier erstmal die Beine mit langem Stich und Kontrastgarn zusammengeheftet und den Sitz gecheckt. Für die vordere Schrittnaht, also in der Mitte vorn, habe ich dann auch eine Änderung vorgenommen damit weniger Falten entstehen. Es ist vielleicht ein Zentimeter, macht aber viel aus! Auf den Bildern, die die Hose angezogen zeigen, sieht man leider nichts, sodass ihr nur die entgültige Version sehen könnt.


Hosentaschenfutter nähe ich ja zur persönlichen Unterhaltung gerne mit bunten gemusterten Stoffen. Dieser hier ist wie der Hauptstoff von Stoffe.de, leider sind beide nicht mehr verfügbar, ich kann sie euch also nicht verlinken. Manchmal, wenn ich von oben an mir herunterschaue, steht die Tasche leicht auf und ich kann die pinken Flamingos hervorblitzen sehen. Das macht mich dann schon ziemlich glücklich. 


Der Stoff war super zu vernähen und trägt sich auch echt gut. Allerdings zieht er Staub und Flusen schon ein bisschen an, wie das Bild demonstriert. Nicht so sehr, dass es stört, aber schon so, dass man ab und an ein wenig flucht. Zum Glück bin ich da aber recht unempfindlich, fällt wohl irgendwann wieder ab, das alles. 
Beim Knopf habe ich mich für einen farblich gut passenden, einfachen Knopf entschieden. Der Reißverschluss lag hier noch herum und wurde der Anleitung nach irgendwie echt kompliziert eingesetzt, da würde ich beim nächsten Mal eine andere Vorgehensweise nutzen, die von der Ginger Jeans zum Beispiel.  
Ebenfalls entgegen der in der Anleitung vorgeschlagenen Art habe ich die Schrittnaht nochmal von außen abgesteppt. Für mich gibt das ein großes zusätzliches Gefühl von Sicherheit und Haltbarkeit.


Ich kann mir sehr gut vorstellen, diese Hose noch häufiger zu nähen. Ich würde vielleicht im Schrittbereich noch 2, 3 Zentimeter zugeben damit sie etwas höher sitzt und nicht so direkt unter den Hüftknochen. Auch die Beine würde ich noch etwas verlängern, und je nach Stoffwahl schmaler machen. Aber für lockere Stoffhosen könnte das glatt mein Standardschnitt werden. Als nächstes werde ich aber erstmal die kurze Version nähen, die hat nochmal andere Taschen und sieht auch ziemlich gut aus, das könnte ebenfalls was werden, sowohl so für den Sommer als auch mit Strumpfhose in allen anderen Jahreszeiten. 


Diesen Beitrag nehme ich mit zum heute endlich wieder stattfindenden Me Made Mittwoch, der bestimmt vor lauter Frühlings-Inspiration blüht und strahlt. Das Vortanzen übernimmt Kleidermanie in einer traumhaften Hose, der Schnitt wartet hier auch noch auf meine Aufmerksamkeit, ich habe sogar schon Stoff!


Ich freue mich, wenn ihr einen Kommentar dalasst! :)

PS: Kombipartner ist meine Granville Bluse.

Happy Sewing
Julia