21. Mai 2018

Update No. 22

Hallo ihr Lieben!

Langes Wochenende für die meisten unter euch denke ich. Herrlich, bei dem Wetterchen. Ich hoffe ihr esst Eis ohne Ende, habt Zeit für eure liebsten Freizeitbeschäftigungen und zum Ausschlafen. Ich persönlich freue mich nach einem Dienstwochenende auf ein paar freie Tage Ende der nächsten Woche und plane entweder in der Sonne zu stricken und zu lesen oder aber, wenn zu warm, drinnen zu nähen. 
Woran ich aktuell arbeite und was generell so los ist im kreativen Teil meines Lebens, darum soll es heute hier wieder gehen.


Neu im Schrank



Beim letzten Update habe ich sie euch noch als ein Stapel von Einzelteilen gezeigt, mittlerweile ist meine neue Shorts fertig. Und liegt erstmal im Schrank, weil viel zu warm für Shorts mit Strumpfhose, und ohne ist sie mir irgendwie zu kratzig gerade, das ändert sich aber hoffentlich noch durchs Waschen oder so, wäre sonst ja etwas schade. 
Außerdem habe ich den ersten Stoff aus meinem präsentierten 4-er Stapel schon komplett zu zwei Shirts verarbeitet. Leider zeigt sich schon nach dreimaligem Tragen, dass man Stoffen vom Restetisch nicht immer über den Weg trauen kann, Pilling Ahoi! Ich sehe bei so einem Reststück ja immer über die Inhalte hinweg (Poly), was ich definitiv ändern sollte. 



Auch für die Frühchen war ich wieder fleißig. Nach den Shirts für mich wollte ich gerne wieder einen Schwung nähen, und weil noch rotes Garn und Jerseynadel in der Maschine war, habe ich alle roten Stoffespenden aus dem Regal gezogen, wo es nicht passte mit Unifarbenen Resten von mir kombiniert. Tolle Sache, das mache ich glaube ich jetzt immer so, habe die Spenden schonmal farblich sortiert. 
Noch vor den Shirts habe ich diese Teile genäht, wild aus irgendwelchen Spenden, noch ohne Konzept. Alles ist Größe 44. 




Auf den Nadeln


Der Cardigan ist weiter gewachsen, die zweite Staffel von "Tote Mädchen lügen nicht" hat dabei eine ganze Menge geholfen, zu interessant für aufwändige Muster, da sind schnöde Reihen in glatt rechts genau das richtige. Trotzdem wäre ich gerne schon weiter, es zieht sich aktuell ganz schön in die Länge. Am Ball bleiben, damit ich fertig werde, das ist der Plan. 



Das Tuch ist wieder ein gutes Stück gewachsen und lässt sich mittlerweile bequem auf der Rundstricknadel manövrieren. Mir macht Fair Isle ja immer wieder riesig Spaß, allerdings merke ich auch, dass meine rechte Hand die Fadenhaltung deutlich weniger gewohnt ist als die linke. Habe ich zu viel am Stück gestrickt, sind Unterarm und Handgelenk danach deutlich angespannt und ziepen, also lege ich immer mal wieder Pausen ein. Ganz vernünftig und so, schließlich liegen Tennis-Ellbogen und -Handgelenk in der Familie, meine Mama hat Jahre lang nicht mehr gestrickt weil sie es ausgerechnet bei einem Geschenk für mich übertrieben hat (Weihnachten kam dann doch zu schnell). Ich versuche da präventiv immer rechtzeitig aufzuhören sobald es unangenehm wird. 




Unter der Nadel

Stoff Nummer zwei vom Stapel ist auch schon angeschnitten. Ich habe mich daran versucht die Mittsommer Bluse von Lotte&Ludwig ein wenig abzuwandeln. Ein Top soll daraus werden, mit ein paar Details die es besonders machen und damit tauglich für die seltenen Gelegenheiten, bei denen ich dochmal feiern gehe. Und gleich danach geht es weiter in der dringend benötigten Shirt Produktion. 



Wenn der Tag nur mehr Stunden hätte, ich könnte mich problemlos beschäftigen. Aber was solls, so übe ich mich notgedrungen in Achtsamkeit und horche immer wieder in mich hinein, worauf ich in den ein, zwei Stunden Freizeit gerade wirklich Lust habe, um nicht ausversehen etwas zu machen, wobei ich das Gefühl habe, es tun zu müssen. Weil Menschen sich darüber freuen, ich Fortschritt zeigen will oder sonst was. Reflektion ole!

Woran arbeitet ihr gerade so?


Julia



Verlinkt mit Maschenfein, Fadenwechsel

16. Mai 2018

Me Made May - erste Hälfte

Hallo ihr Lieben!

Ich hatte es ja Mitte April schon angekündigt, auch in diesem Jahr nehme ich wieder am Me Made May teil und dokumentiere in diesem Rahmen täglich meine Kleidung. Eine spannende und interessante Übersicht, die vielleicht auf Löcher im Kleiderschrank hinweist und zeigt, was häufig getragen wird. Auf Instagram teile ich täglich ein Bild, aber auch hier im Blog möchte ich diese Aktion gerne festhalten. Los gehts. 



1. Mai 2018 - Eigentlich war eine Radtour geplant, aber das stürmische Wetter machte uns da einen Strich durch die Rechnung. Stattdessen Frühstück und später Grillen mit Freunden, ich habe mich also gemütlich und doch warm angezogen, damit das leckere Essen reinpasst: Mein T-Shirt Kleid nach LMV Bloom, darunter eine Leggings nach mir unbekanntem Schnitt und darüber der Megan Longline Cardigan.
2. Mai 2018 - Freier Tag, leeres Stoffregal, ich habe mich ins Stoffparadies begeben und massenweise eingekauft. Dazu ebenfalls bequeme Kleidung, längere Autofahrt und herumkreuchen im Stoffladen und so. Latzkleid Latz is in the Air mit Kaufshirt, urmelalt, sogar von Mama übernommen.


3. Mai 2018 - Eine neue Hose in meinem Schrank. Ganz andere Silhouette, ganz anderer Stil. Und zuerst passte sie auch gar nicht. Das habe ich zum Glück anpassen können. Es handelt sich um die LMV Harper, zusammen  mit einem Kaufshirt. 
4. Mai 2018 - Die freien Tage sind vorbei, zurück auf die Arbeit. Es ist außerdem warm geworden, also rein in das Basic Teil für genau diese Tage, morgens und abends kühl, mittags schon schön warm: Meine Latzhose Frohnatur aus Leinen, dazu ein Mittsommer aus Viskose, perfekt um schön kühl zu bleiben.


5. Mai 2018 - Gleiche Klamotte wie am Tag zuvor, also mal komplett mit allen Accessoires: Gekaufte uralte Jeansjacke, die habe ich mal gebleicht damit sie mir auch weiterhin gefällt. Dazu das neue Raupentuch und mein Delari Rucksack. Der begleitet mich echt häufig. 


6. Mai 2018 - Gleich zwei Outfits an diesem Tag. Morgens zum Frühdienst auf dem Rad ist es noch sehr frisch, einstellige Temperatur. Also Ginger Jeans, ein Sorbetto Top und der dünnere Megan Longline Cardigan. Nachmittags dann schon über 20 Grad und geplanter Spaziergang mit dem Herzmann, also schnell in ein Paar gekaufte Shorts und ein anderes Mittsommer Shirt aus Viskose geschlüpft. 


7. Mai 2018 - Gleiche Vormittags Klamotte wie am Tag zuvor, also mal wieder das dazugehörige Zeugs: Vicky Adult Backpack, da mehr Gepäck zur Arbeit. Ebenfalls viel geliebt. Wieso habe ich nicht früher schon Rucksäcke genäht??
9. Mai 2018 - Bilder vertauscht, also kleines Durcheinander hier. Weiterhin warm warm warm, da ich aber keine Röcke oder Kleider ohne Strumpfhose oder Leggings tragen kann und damit der angenehme Effekt auch weg ist, bleibt es bei Hosen. In diesem Fall natürlich Viskose, versteht sich von selbst. Dazu ein Kaufshirt.


8. Mai 2018 - Nach der Arbeit erstmal umgezogen, ein Musselin Top, bisher noch unverbloggt, und mein anderes Latzkleid Latz is in the air. Viel angenehmer und super für den Stricktreff in der Abendsonne.
10. Mai 2018 - Meine Port Trousers trage ich ebenfalls super gerne wenn es etwas wärmer ist. Stoffhosen und etwas lockerer Schnitt schlagen da eindeutig die engen Jeans. Dazu ein weiteres Kaufshirt, die größte Lücke im Kleiderschrank wird immer offensichtlicher. 


11. Mai 2018 - Gleiches Outfit wie am Tag zuvor. Darüber habe ich aber meine Jacke mit Spitzenfutter getragen, auf die ich immer noch irre stolz bin, weil sie echt viel Arbeit war. 
12. Mai 2018 - Am Abend stand ein Polterabend an, also habe ich mich ein bisschen in Schale geschmissen. Minirock Holly von LMV, dazu die Bluse Elsa aus dem selben Haus. Habe mich in beidem sehr wohl gefühlt. 


13. Mai 2018 - Muttertag. Zum Kaffee und Kuchen bei meinen Eltern, abends zum Grillen bei denen vom Herzmann. Dazu nochmal die Hose Harper, dieses Mal in Kombination mit einem neuen Shirt, ich habe angefangen das Loch im Schrank zu füllen. Sieht schon ganz anders aus als mit schwarzem Shirt, gefällt mir auch!
14. Mai 2018 - Gleiches Shirt, andere Hose, da warme Temperaturen angesagt sind. Wieder Viscose und meine Standard Lamise, einfach der perfekte Schnitt für mich was lockere Hosen angeht. Bisher unverbloggt die gesamte Kombi.


15. Mai 2018 - Kein Kleidungsstück welches ich genäht habe, da ich komplett schwarz tragen musste und beides nur gekauft im Schrank war. Daher mal wieder ein dazugehöriges Accessoire, mein Goosebumps Tuch, immer wieder im Dauereinsatz hier. 
16. Mai 2018 - Es hat sich etwas abgekühlt, also nutze ich die Chance und trage mein Morning Mist. Ein gestricktes Shirt hat sich als etwas unpraktisch erwiesen, noch einen Cardigan drüber ist schade, weil die Rückenansicht ja das besondere ist. Sobald es aber über 20°C wird, ist mir das Shirt einfach zu dick. 


Das war sie, die erste Hälfte des Me Made May. Bisher hauptsächlich Hosen, weil ich viel gearbeitet habe. Deutlich mehr Sommerkleidung als im letzten Jahr, auch sehr spannend. Ich freue mich auf die zweite Hälfte!


Liebe Grüße

Julia



Verlinkt mit RUMS

13. Mai 2018

80s Latz

Hallo ihr Lieben!


Die Industrie an sich ist für mich als Außenstehende ja ein sehr spannendes Phänomen. Sie versucht, die breite Masse anzusprechen, möglichst viele Menschen zum Kauf zu animieren. Dazu werden Trends verfolgt, Umfragen gemacht und eine Menge Daten gesammelt. Randgruppen bleiben logischerweise auf der Strecke: Große Frauen beim Kleiderkauf, kleine Männer beim Hosenkauf, Frühchen generell, und das sind nur kleine Beispiele die mir gerade für die Bekleidungsschiene einfallen. 

Nun sollte man also meinen, dass jeder ach so kleine Trend sofort aufgenommen wird, denn er lässt sich schließlich super zu Geld machen.
Ausnahme: Ringelsockenwolle.
Jedenfalls in Deutschland. 

 

Während im Handfärbermetier die Ringelsockenwolle für Höchstpreise über die Theke geht und in die ganze Welt verkauft wird, haben die industriellen Garnhersteller noch immer nicht wirklich nachgezogen. Es gibt das Pairfect von Schachenmayr, eine Hand voll gedeckter Farben, aber etwas unsicher ist nur der Schaft geringelt. Ab und an findet sich bei anderen Herstellern mal eine Sonderedition mit Ringeln, aber das wirkt dann eher wie ein Versehen. Knallige Farben und rundum geringelte Sockenwolle lässt sich kaum auftreiben. Lässt einen wundern, und ein wenig Neid auf alle empfinden, die Knit Picks Felici ohne horrende Versandkosten verstricken können. 

Aber ganz langsam scheint die Erkenntnis anzukommen. Nach Schachenmayr ist nun auch Lana Grossa mit auf den Ringel-Zug aufgesprungen und hat die 1:1 entwickelt. Noch ist sie nicht offiziell im Handel, aber Sophia als bekennende Ringel-Liebhaberin hat das Garn schonmal zum Testen bekommen. Weil sie zeitlich etwas eingespannt war, hat sie mir das Garn überlassen, ich sollte mal testen, wie die Pairfect Dungarees daraus aussehen. 


Gesagt, getan. Ich muss zugeben, erst war ich ganz schön irritiert von der Reihenfolge der Farben. Die Latzhose wird von unten gestrickt, man beginnt mit einem Bein. Der Faden kommt aus der Mitte des Knäuls, es ist also ziemlich spannend, was da so als nächstes kommt, vor allem, wenn man gefühlt als allererster Mensch diese Farbe verstrickt. Lila und blau waren ja noch nett. Türkis-mint und blau auch, obwohl mich schon irritierte, dass es ein anderes blau war. Dann kam das gelb, okay. Und dann dachte ich, das gelb wäre dreckig geworden. Blieb aber recht lange dreckig, und ein paar Runden später war klar, das muss wohl so. Meine Begeisterung hielt sich erst in Grenzen, aber nachdem alle Ringel gestrickt waren ist es doch sehr stimmig geworden und gefällt mir tatsächlich. 
Das Sockengarn kommt in praktischen 50g Knäulen, was besonders für diese Latzhose angenehm ist, da kein Garn abgewickelt werden muss. Das Garn, was hier die Beine bildet, wäre bei Socken der Schaft. Der Fuß wäre dann schlicht blau, wie der obere Teil der Latzhose. 
 


Weil ich die Latzhose ja schonmal gestrickt habe und etwas anderes ausprobieren wollte, habe ich die Träger und die Kanten der beiden Latze im kleinen Perlmuster gestrickt. Sophia ist vor Schreck fast vom Stuhl gefallen, schließlich bin ich bekennende stumpf nach Anleitung Strickerin, wohingegen sie es keine zwei Sekunden aushält anderer Leute Anweisungen zu folgen und meist nach dem Maschenanschlag ihr eigenes Design entwickelt. 
Mir gefällt die kleine Veränderung sehr gut. Auch das Garn fühlt sich toll an, hat sich schön verstricken lassen und lässt mich vorfreudig auf weitere Farben warten. 

Sophia hat übrigens auch schon darüber gebloggt, dort seht ihr auch noch eine weitere Ausgabe der 1:1 von Lana Grossa als einfache Babyhose. 

Vermutlich handelt es sich hier irgendwie um Werbung, da ich das Garn nicht bezahlt habe. Trotzdem bin ich unvoreingenommen an das Testen herangegangen und habe hier meine ehrliche Meinung für euch aufgeschrieben.

Seid ihr Freunde von Ringelsocken? Ist das Garn was für euch?


Happy knitting!

Julia

10. Mai 2018

Very hungry caterpillar shawl

Hallo ihr Lieben!

Vielleicht erinnert ihr euch noch an das letzte Tuch, was ich für Sophia gestrickt habe. Also, nach ihren Vorstellungen, aber am Ende für mich. Ein Teststrick, aber das erste Mal ohne, dass Sophia selbst vorher getestet hat. Spannend war das, und zu Anfang mit einigen Wirrungen verbunden. 


Denn meine Maschenprobe stellte sich als eine ganz andere heraus als die ihre. Das Tuch wurde viel zu schnell viel zu hoch, also wirklich wie ein normales V und nicht so abgeflacht, wie es sein sollte. Ich musste also ribbeln, nochmal neu anfangen, aber von da an ging es zügig voran, lässt sich dieses Tuch doch wirklich flott und gut nebenbei stricken. 


Insgesamt nur 195g wiegt dieses große und voluminöse Tuch. Es wird von der Spitze an in Reihen gestrickt und ganz klar auffallend sind die "Raupen", wie wir sie zu Beginn nannten, deshalb auch die Namensgebung: Unten eine ganz kleine Raupe, die Masche für Masche wächst und wächst. Und am Ende ist ein ganz schönes Tuch entstanden, welches mit einem I-cord abgekettet wird. 


Beide "Farben" werden zweifädig aus Lamana Milano und Lamana Cusi gestrickt. Im Zusammenspiel mit den dicken Nadeln (5,5mm) ergibt sich so flott ein ganz fluffiges, weiches Tuch, welches trotzdem toll wärmt. Je nach Farbwahl ist es zu jeder Jahreszeit tragbar. Die Farbpalette ist riesig, und natürlich kann man auch nur einfädig aus einem dickeren Garn stricken etc. Die Größe kann ebenfalls individuell gewählt werden, bei mir war sie erreicht, als das Garn alle war. Dabei liegt der Verbrauch natürlich bei allen vier Garnen nicht gleich, sodass nur eins dieser Garne alle war, ein paar Reste gibt es. 


Die Farben habe ich mir übrigens nicht selbst ausgesucht, sondern Lamana, da uns das Garn freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde. Ich könnte nicht zufriedener sein, rot mag ich sehr gerne, besitze aber noch kein Tuch in so einem knalligen Ton. Und der ganze Braun-Beige Bereich ist in meinem Schrank auch eher rar, es fügt sich also sehr gut ein. 


Die Bilder haben Sophia und ich dann gemeinsam gemacht, den Wagen hätte ich übrigens sehr gerne in meinem Garten, danke. So ein schöner Hintergrund! Da musste dann auch gleich das Tuch hin drapiert werden. 


Aktuell befindet sich die Anleitung kurz vor Vollendung. Ich gebe euch Bescheid, sobald sie bei Ravelry und in Sophias Shop zu kaufen ist. Vermutlich wird es dort dann auch die Anleitung zusammen mit einem passenden Garnpaket zu kaufen geben, was ich ja ziemlich praktisch finde. 


Der ganze Beitrag ist vermutlich als Werbung zu kennzeichnen, da ich weder Garn noch Anleitung gekauft habe. Meine Meinung ist dadurch aber nicht beeinflusst und frei heraus getippt. Die Garne von Lamana mag ich sehr, zumindest die, die ich bisher ausprobieren durfte. Die Lauflänge ist immer wieder überraschend und alles ist so weich! Und in Sophias Anleitungen habe ich sowieso ein Grundvertrauen, so viele wie ich bisher schon gestrickt habe. 

Happy knitting!

Julia


Verlinkt mit RUMS  // Projekt auf Ravelry

5. Mai 2018

Update No. 21

Hallo ihr Lieben!

Ich wünsche euch, dass ihr das schöne sommerliche Wetter in vollen Zügen genießen könnt an diesem Wochenende. Neben meinen Diensten werde ich zumindest den Sonntagnachmittag nutzen können und freue mich schon sehr darauf. Und während der Arbeit stricke und nähe ich einfach im Kopf an meinen Projekten weiter. 
Wollt ihr  mal sehen, was aktuell so los ist?

Neu im Schrank
 


Wer mir bei Instagram folgt, hat die Hose schon kennengelernt: Ich habe mich an eine für mich ganz neue Form gewagt und eine hochgeschnittene Hose genäht, noch dazu mit einem sehr auffälligen Bund. Nach einem kleinen Anfangsdrama bin ich nun ganz überrascht, wie gut sie mir gefällt. Ein ausführlicher Beitrag folgt, Bilder habe ich sogar schon gemacht. 


Auf den Nadeln



Mein stahlblauer Cardigan sieht auch so langsam nicht mehr nach Bolero, sondern nach wirklich echtem Cardigan aus. Die langen und unspektakulären Reihen ziehen sich etwas, aber ihn so hängend zu sehen motiviert mich gerade doch ganz schön. Nicht mehr viel, dann kommen die Taschen und dann ist es auch schon fast geschafft. Das Garn ist zum einen Nisse von Stichfest, zum anderen Kid Silk von Drops.


Mein Teststrick für Sophia ist ein wenig gewachsen. Ihr könnt erahnen, dass es zwei Farben gibt, der Kontrast ist minimal. Das macht es schwer, außerhalb von strahlendem Sonnenschein daran  zu arbeiten (oder Abends bei Flutlicht, aber das ist ungemütlich), weshalb es nur langsam voran geht. Der Wechsel vom Nadelspiel auf die Rundstricknadeln bedeutet zwar Magic Loop, was ich gar nicht mag, geht aber trotzdem flüssiger voran. Ganz so farblich neutral wird es übrigens nicht bleiben, das verspreche ich euch...

Die Socke aus dem letzten Update ist immer noch Fersen- und Partnerlos. Aber da ich vor September vermutlich auch keine Wollsocken mehr tragen werde, habe ich damit überhaupt kein Problem. Des weiteren stricke ich nebenbei immer mal wieder ein kleines Teil für Frühchen, aber die zeige ich dann gesammelt. 


Unter der Nadel



Der letzte Stoff vom Tauschtisch ist unter der Nadel! Aus einem interessanten gewebten Reststücke habe ich es geschafft, alle Teile der Port Trousers in der Shorts Version zuzuschneiden. Ich fahre grad total ab auf Shorts, und etwas anderes hätte ich aus dem Stoff sowieso nicht rausbekommen. Die sollte dann recht flott genäht sein, ich freue mich schon darauf!

Tja, und mit dem Zuschnitt dieses Stoffes war dann mein Fach auch leer. Nur noch Reststücke die zu klein für Kleidung sind sowie die gespendeten Reste für Frühchen, mehr war an der persönlichen Stofffront nicht zu sehen. Mein geplanter Trip nach Dortmund zum dortigen Stoff und Stil wurde also auf den nächsten freien Tag gelegt, und dann bin ich ein bisschen ausgerastet.


Dort seht ihr, in noch etwas anderer Form: Mindestens drei Shirts und Tops, zwei Kleider, eine Sporthose, eine Jeans, eine Latzhose, eine Stoffhose, einen Cardigan und einen Blazer. Ja, ich habe weiterhin Projektbezogen eingekauft, etwas anderes kann ich gar nicht. Der Einkauf war ziemlich durchgeplant, ich habe aufgelistet, was ich nähen möchte und was ich brauche, welchen Stoff und welches Zubehör. Dann bin ich ungefähr zwei Stunden im Laden herumgeirrt, habe Fotos von Stoffen gemacht und gesammelt und dann am Ende alles zum Zuschneidetisch geschlört. Zweimal, weil die ganzen Rollen nicht in einen Einkaufswagen passten. Die haben mich da vermutlich für verrückt gehalten. Die nette Frau am Zuschneidetisch fragte, was ich denn mit den ganzen Stoffen mache. Als ich sagte, dass ich daraus meine ganz normale Kleidung nähe, war sie ganz begeistert. Hat mich ja ein bisschen irritiert, ich bin immer davon ausgegangen, dass die meisten Käufer in Stoffgeschäften Kleidung nähen? 

Zurück zu meiner Liste. Als die vollständig war, habe ich nämlich ein bisschen gezweifelt. In den letzten Jahren habe ich nämlich gelernt, dass es mir nichts bringt, Material zu horten, weil es mich dann langweilt. Habe ich einen Stoff zu oft angesehen, fehlt das "neu"-Gefühl und ich habe keine Lust mehr, ihn zu verarbeiten. Dementsprechend würde so ein großer Einkauf eigentlich nur wenig Sinn machen. Andersherum fand ich es schade, bis nach Dortmund zu fahren und nur 2-3 Stoffe mitzunehmen. (Ich hatte ja kurz überlegt, Artikelnummern von tollen Stoffen aufzuschreiben und diese dann nach und nach zu bestellen ... aber der Verpackungsmüll, Transport, määh. Auch doof.) Mein Trick also:


Vier Stöffchen habe ich mir ausgesucht, der Rest liegt hinten im Kleiderschrank. Wenn diese vier vernäht sind, hole ich mir die nächsten. Aus den Augen, aus dem Sinn. Das klappt bei mir immer ziemlich gut (Zum Beispiel habe ich einen riesen Haufen Schokolade von einer Praktikantin bekommen. Damit ich nicht alles auf einmal auffresse, dazu neige ich nämlich, liegt der Stapel im Kleiderschrank und ich hole mir jeden Monat eine Tafel. Da kann der Schokohunger noch so groß sein und ich noch so nölig, ich komme nichtmal auf den Gedanken, an diesen Vorrat zu gehen. Oh man, ich klinge verrückt.) Jedenfalls: Ich probiere mal aus, wie es läuft. Falls das doch nicht so gut ist, weiß ich es fürs nächste Mal. Aber aktuell freue ich mich sehr auf die vier Stoffe. Die beiden oberen sind Jerseys und werden je nach Verbrauch auf jeden Fall zu je einem Shirt und dann noch einem Top, wenn es passt. Die Lücke im Schrank ist nämlich riesig. Falls ihr Empfehlungen für einen Shirt Schnitt habt, bitte mit richtigen Ärmeln, Rundhalsausschnitt, nicht hauteng, gerne her damit! Der schwarz geblümte Stoff soll eine Bluse oder ein Top werden, wenn ich mal rausgehe. Da habe ich nur wenig anzuziehen, suche auch noch nach einem Schnitt. Der Denim Stoff ganz unten ist für eine Jeans, denn eine meiner Kaufhosen hat nun vollends den Geist aufgegeben und ich werde sie opfern, auftrennen, den Schnitt abnehmen. Dann kann ich hoffentlich endlich eine selbst genähte und trotzdem bequeme Jeans produzieren!

Soweit zu meinen Plänen. Was steht bei euch so an? 


Happy sewing, happy knitting, 


Julia 


Verlinkt mit Fadenwechsel, Maschenfein

2. Mai 2018

A fesche Lederhosn

Hallo ihr Lieben!

Ich hoffe, ihr hattet einen schönen 1.Mai? Musstet nicht arbeiten, konntet Fahrradfahren, Grillen oder auf dem Sofa rumhängen? 
Über den Feiertag hätte ich fast vergessen, dass heute wieder Me Made Mittwoch ist. Aber nur fast! Sonst hätte ich jetzt nicht die Bilder von meinen neuen Shorts, von denen ich nicht dachte, dass sie so gut werden würden. Aber fangen wir von vorne an. 


Vorne heißt in diesem Fall beim Nähtreffen an der Ostsee, Sewing by the Sea namentlich. Dort gibt es, wie es wohl häufig so ist, einen Stofftauschtisch. Ungeliebte oder unpassende Stoffe können mitgebracht und hier einem neuen Besitzer zugeführt werden. Ich habe mich erst recht spät an den riesigen Stapel herangetraut, ich tue mich schließlich schwer mit Stoffen, die ich zwar schön finde, aber nicht weiß, was sie werden wollen. Drei Stücke habe ich trotzdem mitgenommen, und dieser hier ist der erste verarbeitete. Es fühlt sich an wie Wildleder, ist es aber definitiv nicht, sondern eben Kunstleder. Hat aber dafür einen ziemlich schönen Stand, nicht zu fest, sondern durchaus geschmeidig. Ich dachte, eine Shorts wäre möglich und sähe vermutlich auch ziemlich cool aus aus diesem Material. 


Da hatte ich Recht, oder was sagt ihr? Ich bin jedenfalls ziemlich verliebt. Schnittmuster ist die Chataigne Shorts von Deer and Doe, die hatte ich bereits genäht und wusste, dass sie mir ziemlich gut gefällt. Außerdem wäre der Stoff gut für die leicht ausgestellten Beine, vermutete ich. 
Genäht habe ich Version A, also die niedrigere Bundhöhe und den geraden Beinabschluss. Wie beim letzten Mal auch habe ich am Bund eine 42 gewählt, die zur breitesten Stelle des Pos auf eine 44 ausläuft. 


Der Stoff ließ sich super gut vernähen. Ich hatte ja etwas Sorge, wie es mit dem Bügeln und auch den Falten in der Vorderhose aussieht, ob diese sich eventuell sehr unschön darstellen würden, aber mitnichten. Bügeln ging bei niedriger Temperatur super, wenn es etwas mehr sein musste reichte ein Tuch dazwischen aus, um den Stoff zu schützen. Die angerauhte Struktur klebte auch nicht, wie befürchtet, an der Nähmaschine, sondern ließ sich gut transportieren. Besonders das Absteppen hat hier Spaß gemacht. 
Verschlossen wird die Hose mit einem seitlichen Reißverschluss, ihr könnt ihn neben meinem Arm sehen. Den musste ich dann noch passend besorgen, aber hey, dafür war der Stoff ja ein absoluter Glücksgriff!


Die Beine werden eigentlich mit einem extra Teil versäumt, aber das habe ich mir, wie bei der letzten Version, auch hier gekniffen, ich mag die einfache Optik viel lieber. Sie sind auch deutlich kürzer als mein Schnittteil, wobei ich mir da nicht mehr sicher bin, ob ich das vielleicht verlängert habe. Wäre jedenfalls unnötig gewesen, denn die Shorts sollen kurz sein. Dagegen würde ich die Schritthöhe beim nächsten Mal um ein paar Zentimeter erhöhen. Der Bund sitzt einen Tacken zu weit unten, als ich es bevorzugen würde.


Ich habe übrigens direkt zu Beginn erstmal Konzentration bewiesen und die Taschen an die Schrittnaht der Vorderbeine genäht. Beide Taschen. Mit Absteppungen. Auf (Kunst)leder. Aaah, Panik! Zum Glück haben sich die Nähte nicht ganz so deutlich gezeigt und fallen nicht auf im Schritt. Die schräge Form am oberen Teil des Beins hat mich völlig in die Irre geleitet. Ist ja nicht so, dass ich die Hose schonmal genäht habe und eigentlich wissen sollte, wie es geht ... Nachtdienst ist meine Entschuldigung, da fehlt mir gefühlt immer mein halbes Gehirn. 


Fazit ist aber: Shorts mit Strumpfhose habe ich für mich neu entdeckt. Trage ich ziemlich gerne, ist sehr bequem. Wie der Stoff sich im Sommer auf der nackten Haut anfühlt bleibt noch zu Testen, sonst wird es halt eine Hose für all die anderen Jahreszeiten, auch nicht weiter schlimm. Ich freue mich jedenfalls, dass dieser Stoff mich gefunden hat und zu so einem guten Stück geworden ist. 

Happy sewing!


Julia


29. April 2018

Strickpotpourri

Hallo ihr Lieben,

Strickpotpourri, was soll das sein, fragt ihr euch?
Nun, es ist ein zusammengewürfelter Haufen an Projekten, einzeln klein und unscheinbar, aber die Menge macht den Blogpost. Habe ich mir jedenfalls gedacht, und mal einige Sachen zusammengesucht, die zum Teil erst vor ein paar Tagen, zum Teil auch schon vor Monaten entstanden sind.


Ein paar Sets für Frühchen, bestehend aus Wollsocken und -mützen habe ich innerhalb der letzten Wochen gestrickt. So ein Söckchen geht flott, also super Projekte zum Mitnehmen und nebenbei arbeiten. Für Frühchen mit Käsefüßen gibt es dann zwei Paar Socken zur Mütze, dann kann gewechselt werden, hihi. Von manchen Garnen war nicht genug übrig für eine Mütze, aber da diese auch gerne genäht werden sind die einzelnen Mützen sicherlich auch gerne gesehen. 


In meiner Verwandschaft ist die Nachfrage nach gestrickten Dingen ja sehr gering, was für mich hilfbereiten und mit großer Freude schenkenden Menschen manchmal schwer ist. Mein Bruder freut sich immer über Socken, mehr braucht es aber auch nicht. Meinem Papa ist Wolle eigentlich sowieso zu warm. Meine Mama strickt selbst, da ist der Bedarf also auch nicht so groß. Und dann entdeckte sie vor kurzem, dass es nur einen bestimmten Typ Mütze braucht, damit sie ihre allgemeingültige Aussage "Mir stehen keine Mütze oder Hüte" ein wenig abändern kann. Für die Spaziergänge mit dem noch recht neuen Hund brauchte es nämlich auf Grund feuchter Morgenluft eine Kopfbedeckung, damit die Haare nicht ihre eigene Party feiern. Dazu zog sie eine Beanie von meinem Bruder an und fand das gar nicht so schlecht. 


Für den Familienurlaub an der holländischen Nordsee lieh ich ihr dann gerne eine meiner Mützen aus. Ihr Plan war, dort eine zu kaufen. Ich murmelte immer wieder, dass ich ihr auch gerne eine stricken würde, doch sie fand, das wäre zu aufwändig, sie wolle lieber schnell eine kaufen, so wichtig wär es ja nicht. Der Zufall bestimmte dann, dass es in Zandvoort zwar keine Mütze nach ihrem Geschmack gab, wohl aber an genau diesem Wochenende ein kleiner Wollladen eröffnet hatte. Mein penetrantes Mantra ("Ich kann dir auch eine stricken...") zeigte also Wirkung, wir quetschten uns in den Laden, der damit dann auch voll war, und schauten uns um. Glücklicherweise führte dieses Geschäft die Garne von Lamana, von denen ich schon so einige verstrickt hatte. Meine Beratung lieft also wie folgt: "Daraus habe ich diese eine Jacke gestrickt." "Guck, das hier habe ich gerade als mein Tuch an." "Das ist eher ein Sommergarn."
Entschieden hat sie sich für Como in einem schönen Mittelgrau. Die Mütze sollte dann ganz einfach werden, komplett glatt rechts, sodass ein Rollrand entsteht, und eben Beanie förmig, also nach hinten schön lang. Gesagt, getan, ist ja wirklich nicht so schwer. 50g haben gereicht für diese Mütze, und meine Mama ist sehr zufrieden. 


Zuletzt noch die Babysöckchen der letzten Monate. Ich glaube, die sind nichtmal alle aus diesem Jahr, aber mein Vorrat ist wieder aufgefüllt und im Moment gibt es nicht so viel zu Beschenkende, also kann ich erstmal eine Söckchen Pause machen. Alle aus Garnresten entstanden, alle gefallen mir gut, aber die neonfarbenen sind schon auch etwas ganz besonderes :)


Das wars auch schon! Wie hat euch dieses Durcheinander gefallen?


Happy Knitting, 

Julia